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Archive - Dez 2011
Dezember 31st
Ja, es gibt sie noch: Gute Nachrichten!
31. Dezember 2011
Nachdem in den letzten Jahren an der berüchtigten Liboriusschule in Salzkotten die Schulleiterin (und katholische Theologin) Thekla Tuschen im Verein mit dem Amtsgericht Paderborn reihenweise Eltern, welche ihre Kinder vor Theaterstücken schützten, die sie aus wohlerwogenen Gründen für pornographisch hielten, mit Ordnungsgeldern und Erzwingungshaft tractieren ließ, gibt es an der juristischen Front einen Lichtblick: Kinder sind doch nicht uneingeschränkt Freiwild der Kultusbureaukratie und Eltern dürfen tatsächlich gelegentlich noch Einfluß auf die Erziehung ihrer Kinder nehmen:
Dezember 30th
Citat des Tages XLVII
29. Dezember 2011
Nachdem die britische Kolonialverwaltung in Indien die Tradition des Sati — die (Selbst-)verbrennung einer lebenden Witwe auf dem Scheiterhaufen, auf dem auch ihr verstorbener Mann verbrannt wird — verboten hatte, beschwerten sich einige Hindu-Priester bei Gouverneur Charles Napier, daß das Verbot der Witwenverbrennung ihren Bräuchen widerspräche. Es ist von ihm die Antwort überliefert:
»So sei es denn. Solches Verbrennen von Witwen ist Euer Brauch; so bereitet den Scheiterhaufen. Aber auch meine Nation hat einen Brauch. Wenn Männer Frauen lebendig verbrennen, so hängen wir sie und ziehen all ihren Besitz ein. Deswegen werden meine Zimmerleute Galgen errichten, um daran alle zu hängen, die beteiligt sind, wenn die Witwe verbrennt. So laßt uns alle gemäß unserer nationalen Bräuche handeln.«
(Im englischen Original: »Be it so. This burning of widows is your custom; prepare the funeral pile. But my nation has also a custom. When men burn women alive we hang them, and confiscate all their property. My carpenters shall therefore erect gibbets on which to hang all concerned when the widow is consumed. Let us all act according to national customs.«)
Abb. gemeinfrei
Dezember 27th
Die Reconquista marschiert.
27. Dezember 2011
Morgen beginnt in Berlin das Europäische Taizé-Jugendtreffen, das sich bis zum 1. Januar hinziehen und etwa 30.000 junge Christen auf Abwege führen soll. Politik und Kirchen sind begeistert und überschlagen sich mit Unterstützung und wohlwollenden Grußadressen.
Die »Communauté de Taizé« in Frankreich ist ein Orden, der unter dem Deckmantel des Ökumenismus die Reconquista,[G] die Rekatholisierung Europas, vorantreibt. Ordensgründer war der Kryptokatholik Frère Roger Schutz, der sich zwar zeitlebens als Protestant bezeichnet hat, tatsächlich aber schon 1972 heimlich zum Katholizismus convertiert war. Am 6. Dezember 2006 schrieb die F.A.Z. dazu:
Reconquista [Glossar]
Reconquista
Im engeren, historischen Sinne bezeichnet »Reconquista« die katholische Rückeroberung der zeitweise durch nordafrikanische Moslems besetzten Iberischen Halbinsel.
Im übertragenen Sinne bezeichnet der Begriff katholische Bestrebungen, Einflußsphären wiederzubesetzen, die der Katholischen Kirche in Folge der Reformation entglitten sind, indem protestantische Kirchen und Bewegungen entweder bekämpft oder vereinnahmt werden. In diesem zweiten Sinn wird der Begriff hier gebraucht.
Dieser Artikel ist Bestandteil des Glossars.
Am Felsen zerschmettert …
27. Dezember 2011
Schwierige Bibelstellen VIII: Ps. 137, 8f
Tochter Babel, du Verwüstete! Glückselig, der dir dasselbe vergilt, was du uns getan hast!
Glückselig, der deine Kindlein ergreift und zerschmettert am Felsen!Ps. 137, 8f
Es gibt wenige Verse der Schrift, die so viel Befremden auslösen wie diese. Wahrscheinlich gibt es mehr theologische Anstrengungen, diesen Versen auszuweichen, sie zu umgehen, als sie wirklich zu verstehen. Das geht hin bis zu solch abstrusen Behauptungen wie der, daß Gott sich geändert habe, daß der Gott des Alten Bundes ein irgendwie anderer sei als der des Neuen. Nun, Gott ändert sich nicht, und er ist immer noch ganz und gar derselbe. Aber dieser Vers in seiner Militanz scheint einfach überhaupt nicht in unsere Zeit zu passen. Von Quran-Apologeten wird er instrumentalisiert, um zu sagen: »Seht Ihr! In der Bibel steht ja auch …!« Und Christen wird er zum Stolperstein, weil sie sich fragen: »Ist das wirklich mein Gott, der so redet?« Dabei reicht ein halber Vers aus dem ersten Korintherbrief, um Licht auf diese Sache zu werfen und sie urplötzlich zum Strahlen zu bringen:
»Der Fels aber ist der Christos.«
1. Kor. 10, 4b
Dezember 24th
Gewaltlosigkeit oder Gewaltmonopol?
24. Dezember 2011
Zeitgleich mit der Strafanzeige von Miriam Staudte, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im niedersächsischen Landtag, gegen Wilfried Plock, den Vorsitzenden der »Konferenz für Gemeindegründung«, und mehrere Verlage, weil diese in Vorträgen bzw. durch Veröffentlichung von Erziehungsratgebern körperliche Züchtigung als Erziehungsmittel propagiert und damit zu Straftaten aufgerufen haben sollen, ist auch eine begleitende Mediencampagne im NDR angelaufen.
In der NDR-Reportage wird wiederholt eine schemenhafte Sequenz eingeblendet, in der ein Mann mit einem gigantischen Prügelwerkzeug, doppelt so groß wie ein Baseballschläger, auf einen verschüchterten Knaben losgeht; ein rationaler Bezug zum redaktionellen Inhalt besteht nicht, es geht allein um Stimmungsmache. Je nach Mentalität kann man den Film in dieser Form mit sehr viel Nachsicht als propagandistische Entgleisung, mit leichter Milde als demagogisches Machwerk oder mit strenger Sachlichkeit als üble Hetze ansehen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage, die Andrea Buskotte von der »Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen« in dem Film macht:
Dezember 22nd
Lernverskalender 2012
22. Dezember 2011

Der Lernverskalender 2012 ist jetzt verfügbar. Für jede Kalenderwoche gibt es eine Karte mit einem Lernvers. Die Verse entsprechen der Dabhar-Übersetzung. Sinnvoll ist der Kalender also nur, wenn man bereit ist, sich zugunsten der höheren Genauigkeit der Übersetzung auch auf die sprachlichen Besonderheiten derselben einzulassen. Interessenten melden sich bitte über das Kontaktformular. Bitte vermerken, ob die Acryl-Box benötigt wird oder aus dem vergangenen Jahr noch vorhanden ist.
Ansonsten erscheint der jeweilige Lernvers auch weiterhin oben im linken Seitenblock der Geiernotizen.
Dezember 20th
Baal oder Tod?
20. Dezember 2011
Wir haben es gut. Um uns dem Götzendienst zu entziehen, müssen wir uns nur dazu entscheiden — und trotzdem entwerfen einige lieber umständliche theologische Lehrgerüste, um diese schlichte Tatsache zu verschleiern und Götzendienst verschiedenster Art zu rechtfertigen. In der »sozialistischen Erbmonarchie« Nordkorea, das als das Land mit der brutalsten Christenverfolgung gilt, sieht das ganz anders aus. Wer hier nicht öffentlich mittut, riskiert Arbeitslager, Folter und Tod.
Der folgende Film zeigt Nordkoreaner, die sich anläßlich des Todes von Kim Jong Il vor dessen Bildnissen niederwerfen und Trauer bekunden müssen. Der nordkoreanische Diktator, der immer nur mit dem Zug reiste, da er Angst hatte, mit dem Flugzeug abzustürzen, ist nun am Samstag ausgerechnet während einer Zugfahrt verstorben. Da zum Schautrauern nun offensichtlich ganze Schulklassen und Arbeitskollektive antreten müssen, ist sichergestellt, daß kontrolliert wird, wer wie sehr mittut und wer sich verdächtig zurückhält.
Dezember 16th
Citat des Tages XLVI
16. Dezember 2011
»Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen … gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.«
Immanuel Kant
Dezember 7th
Die Versammlung verlassen?
7. Dezember 2011
Schwierige Bibelstellen VII: Hebr. 10, 25
Wer in seiner geistlichen Biographie schon einmal eine Denomination[G] hinter sich zu lassen hatte, wird in diesem Zusammenhang mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Vertretern derselben mit dem Standardvorwurf konfrontiert worden sein: »Du sollst die Versammlung nicht verlassen!«. Dabei wird ungeniert der Begriff »Versammlung« auf die jeweilige Denomination bezogen, ganz so, als wäre diese die einzig legitime Darstellung des Leibes des Christos. Dieser Vorwurf kann, weil er scheinbar biblisch legitimiert daherkommt, große Gewissensnot verursachen, ja, er entfaltet außerdem eine sehr effektive vorbeugende Wirkung: Bis heute hält er ungezählte Christen in Denominationen fest, die eigentlich wissen oder ahnen, daß sie sich dort auf einem geistlichen Abstellgleis befinden, wo sie zwar betreut werden wie die Insassen eines Pflegeheims, aber niemals in ihre Berufung hineinfinden werden. Die Angst, durch das »Verlassen der Versammlung« schuldig zu werden, hindert sie an einem Ausstieg aus Strukturen, die sie — z. B. gemäß 2. Tim. 3, 5 oder 2. Kor. 6, 17, mitunter aber auch aus anderen Gründen — eigentlich hinter sich lassen sollten.
Die Verunsicherung, die sich daraus ergibt, spiegelt sich beispielhaft in einer Leserfrage, die ich gestern im Postfach hatte:




