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Archive - Feb 2011
Februar 28th
Königliche Verrücktheit
28. Februar 2011
»An einem festgesetzten Tage aber hielt Herodes, nachdem er königliche Kleider angelegt und sich auf den Thron gesetzt hatte, eine öffentliche Rede an sie. Das Volk aber rief ihm zu: Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen! Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, darum daß er nicht Gott die Ehre gab; und von Würmern gefressen, verschied er.« (Apg. 12, 21ff)
Wir wissen zwar nicht, welche Zeitspanne dieses »alsbald« im Falle des Herodes beschreibt; für Muammar al-Gaddafi scheint aber der Zeitpunkt des Gerichtes nun gekommen zu sein. Der hatte sich im Jahr 2008 von über zweihundert afrikanischen Stammesfürsten zum »König der Könige« ernennen lassen. Normalerweise geht das nicht gut aus:
Februar 26th
Baden gegangen
26. Februar 2011

Hatt’ich’snichtgleichgesagt? Ja. Hatte ich. Schon im September. Trotzdem: Kein Grund zur Genugtuung, daß es nun buchstäblich so gekommen ist. Dafür mußte man auch kein Prophet sein, ein bißchen Bibel- und Menschenkenntnis reicht da völlig aus.
Wovon ich rede? Im September hatten die »Freien Evangelischen Gemeinden« beschlossen, daß es klüger sei, klüger zu sein als Gott, und Frauen zu erlauben, Männer zu belehren. Damals hatte ich kommentiert:
»Einen weiteren Pflock in Hinsicht auf Beliebigkeit und Austauschbarkeit der Geschlechter haben gerade die »Freien Evangelischen Gemeinden« (FEG) eingeschlagen. Just an dem Freitag der außenministeriellen Verpartnerung haben sie mit satter Mehrheit beschlossen, das Pfarramt für Frauen zu öffnen. Gemäß den oben dargelegten geistlichen Gesetzmäßigkeiten werden die FEG sich nun auch schrittweise für Homosexualität öffnen, auch wenn ihnen das vielleicht selbst noch nicht bewußt ist und sie sicher eine gewisse Schamfrist einhalten werden. Die Weichen sind gestellt.«
Februar 23rd
Morbus Parkinson
23. Februar 2011
Schwierige Bibelstellen VI: Eph. 4, 10
Der Hinabgestiegene, er, er ist auch der Hinaufgestiegene oben über all die Himmel, auf daß er die alle vervollständige.
Eph. 4, 10
Um den Sinn dieses Verses zu verstehen, ist eine gute Übersetzung von einiger Wichtigkeit. Wenn hier am Ende des Verses übersetzt wird »… auf daß er alles erfülle« ist das zwar nicht ganz falsch, aber es geht doch etwas entscheidendes verloren. Denn das Wort πληρόω beschreibt, daß etwas unvollständiges zur Vollständigkeit gebracht wird, so etwa, als wenn ein halbvolles Glas zur Gänze gefüllt oder einem Puzzle das fehlende Teil hinzugefügt wird. Bewegen wir uns aber lieber innerhalb biblischer Bilder: Es geht hier darum, wie der Christos als Haupt über die Seinen gesetzt wird, die dadurch von unvollständigen Wesen zu vollständigen, ganzen, wiederhergestellten — eben vervollständigten werden. Umgekehrt wird auch der Christos selbst durch das Hinzufügen von Gliedern schrittweise vervollständigt.
Februar 22nd
Geierismen III: Über Religiöse
22. Februr 2011
Christen folgen Jesus nach. Atheisten wollen lieber selbst bestimmen, wo es langgeht: Da weiß man jeweils, woran man ist. Die Religiösen aber wollen ihre eigenen Wege gehen und erwarten dann trotzdem noch von Gott, daß er diese Wege segnet.
Februar 20th
Weib / Männin [Glossar]
Weib / Männin
Während »Frau« ein Titel ist (analog zu »Herr«) ist »Weib« die sprachlich korrekte Geschlechtsbezeichnung (analog zu »Mann«). Überall dort, wo möglicherweise auch unverheiratete Weibliche eingeschlossen sind, kommt die Bezeichnung »Frau« ohnehin nicht infrage. Die Auffassung, daß die Bezeichnung »Weib« unfreundlich, gar diskriminierend sei, ist irrig. Dies kann auch nicht mit einem angeblichen Bedeutungswandel des Wortes herbeigeredet werden. Die deutsche Sprache kann auf die Unterscheidung zwischen »Frau« und »Weib« nicht verzichten, ohne einen Teil ihrer Differenzierungsmöglichkeiten einzubüßen. Daß das korrekte Begriffspaar »Mann / Weib« lautet und nicht »Mann / Frau«, ist schon an den zugehörigen Attributen »männlich / weiblich« ersichtlich. So heißen die richtigen Begriffspaare zur Abgrenzung der Geschlechter im Deutschen Mann / Weib; Herr / Frau; Junker / Fräulein. Die Problematik, daß einzelne Zeitgenossen — aus welchen Gründen auch immer — sich des Begriffes »Weib« entledigen wollen, ist so neu nicht. Dr. P. J. Möbius schreibt darüber schon 1908:
Februar 18th
Paul Gerhardt: Gib dich zufrieden
18. Februar 2011
Heute mal eine »vertonte Predigt« von Paul Gerhardt:
Gib dich zufrieden und sei stille
1. Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller
Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine
Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden!
2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er
steht, tut dir keinen Schaden / auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz,
Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib
dich zufrieden!
3. Wie dir’s und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und
kennet aus der Höhe / der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der
heißen Tränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden!
4. Wenn gar kein Einzger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen,
alsdann will er dein Treuster werden / und zu deinem Besten schauen. Er
weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dir’s abzunehmen.
Gib dich zufrieden!
5. Er hört die Seufzer deiner Seelen / und des Herzens stilles Klagen, und was
du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern,
steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden!
6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle
Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu
hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden!
Februar 17th
Pop-Theologie
17. Februar 2011
Gerade habe ich auf dem Blog von Ron Kubsch einen Artikel entdeckt, in dem er den Liedtext eines Frl. Germanotta kommentiert (die unter einem Künstlernamen agiert, der so infantil ist, daß ich ihn hier gar nicht wiedergeben mag). Die Dame ließ sich letztens in einem Ei auf die Bühne tragen, aus dem sie hernach schlüpfte, wiewohl es fraglich ist, daß ihre Zielgruppe die mythologische Anspielung auf Aphrodite und Semiramis überhaupt wahrgenommen hat. Sei’s drum. Jedenfalls sang sie dann ihr Stück »Born this Way« (»So geboren«), dessen Tenor man auf die Zeile eindampfen könnte: »Gott ist an allem schuld!«: Was ein Mensch tut und darstellt, könne ja schon deshalb nicht falsch sei, weil Gott ihn schließlich so geschaffen habe.
Februar 15th
FührungspersönlichkeitInnen
15. Februar 2011
Der »Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen« UNFPA (United Nations Fund for Population Activities), der sogenannte Bevölkerungsprogramme (also im wesentlichen die Verhinderung von Geburten — Schwangerschaftsvermeidung und Abtreibung), aber auch Genderprojekte[G] fördert und finanziert, führt derzeit in Zusammenarbeit mit der Arabischen Produzentenvereinigung des Fernsehens APUTV eine Mediencampagne zur Stärkung der Frauenrechte durch. Offensichtlich will man das Modell der westlichen Welt, durch Frauenemanzipation einen demographischen Kollaps herbeizuführen, auch auf die arabischen Länder übertragen. Die »White Hands Campaign« läuft auf fünfzig nahöstlichen Fernsehsendern. Als Vorbild einer emanzipierten und selbständigen Frau wird den Zuschauern dabei auch die arabische Terroristin Dalal Mughrabi vorgestellt, die 1978 eine Fatah-Gruppe zum »Coastal Road Massacre« anführte, bei dem unter anderem ein Bus mit 37 Israelis entführt und alle Insassen ermordet wurden, darunter dreizehn Kinder. (Die Fatah, das sind die »gemäßigten Terroristen«, die uns von westlichen Leitmedien gern als im Vergleich zur Hamas beinahe vorbildlich und demokratisch dargestellt werden.)
Februar 10th
In unserer Mitte
10. Februar 2011
Über den Collegen mit der elektrischen Feder bin ich an einen Artikel in der »Welt« geraten, wo es darum geht, daß die Seniorenunion sich dagegen verwahrt, Klagen gegen Lärm durch Kindertagesstätten in Wohngebieten gesetzlich auszuschließen. Hintergrund sind offensichtlich vermehrte Klagen Älterer gegen Lärmbelästigung durch Kindergärten, die der Gesetzgeber unterbinden möchte, indem er Kindertagesstätten von den Lärmemissionsgrenzen ausnimmt. Der Präsident des Kinderschutzbundes wittert bei der Verlautbarung der Seniorenunion gleich die »Ausgrenzung von Kindern«, so als hätte da jemand verlangt, daß Kindertagesstätten grundsätzlich in Gewerbegebiete am Stadtrand verlegt werden sollten.
Februar 9th
Bonn, Chemnitz, Dortmund, Karlsruhe oder Mannheim zum Beispiel …
9. Februar 2011
Bei den Recherchen zu meinem gestrigen Artikel bin ich auch an den folgenden Film* geraten. Da er Filmsequenzen von tatsächlichen Abtreibungen enthält, ist er zutiefst verstörend. Ich habe daher erst einmal in Ruhe überlegt, ob es denn angemessen sei, den Film hier einzustellen. Freilich stellt er die Wirklichkeit dar, in der wir leben, auch wenn wir zumeist davon nichts wahrnehmen. Aber durch Nichtwissen wird nichts besser. Entsetzen ist die erste Voraussetzung für eine Änderung der Verhältnisse. Wenn der Film dazu beiträgt, ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, daß es Menschen wie alle anderen sind, die da sterben, dann ist es ein nützlicher Film, dem man Verbreitung wünschen muß, so entsetzlich er auch ist. Es ist eben ein Unterschied, ob ich nur weiß, daß Abtreibungen verwerflich sind, weil man eben nicht morden darf, oder ob ich damit solche Bilder wie die folgenden verbinde. Für Heranwachsende ist der Film wegen seiner schonungslosen Brutalität einerseits nur bedingt geeignet. Andererseits: Eine Gesellschaft, die immer jüngere Kinder mit den Details des Erwachsenenlebens behelligt, sollte parallel auch über solche Folgen aufklären.




