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Archive - 2012
Dezember 30th
Geierismen XI: Über Verfehler und Verfehlung
30. Dezember 2012
Jesus ist zur Rechtfertigung des Verfehlers gekommen, die moderne Theologie aber ist damit beschäftigt, die Verfehlung zu rechtfertigen.
Dezember 24th
Citat des Tages LXV
23. Dezember 2012
»Wissen Sie, als Atheist bin ich in das Konzentrationslager gekommen, und nach dem, was ich dort erlebt habe, verließ ich es als gläubiger Christ.
Es ist mir klargeworden, daß ein Volk ohne metaphysische Bindung, ohne Bindung an Gott, weder regiert werden noch auf die Dauer blühen kann.«
Carl (Carlo) Mierendorff, 1897 — 1943, Reichstagsabgeordneter (SPD)
cit. nach »Geschichte einer Volkspartei, 50 Jahre CSU«
Dezember 19th
Qumran-Schriften jetzt online verfügbar
19. Dezember 2012
Gestern hat die Israelische Altertumsbehörde die Seite www.deadseascrolls.org.il der Öffentlichkeit übergeben. 65 Jahre nach dem Auffinden der Qumran-Schriftrollen sind diese nun als hochaufgelöste Scans frei zugänglich.
Etwa zweitausend Jahre waren die Schriften am Toten Meer vom heißen, trockenen Klima in der Dunkelheit von Felshöhlen conserviert worden, bis 1947 ein junger Beduinenhirt auf der Suche nach einer entlaufenen Ziege in einer Höhle den ersten Tonkrug mit Schriftrollen fand. In den folgenden Jahren wurden in umliegenden Höhlen die Reste hunderter weiterer Schriftrollen auf Pergament und Papyrus gefunden — die wohl bedeutendste archäologische Entdeckung des zwanzigsten Jahrhunderts: Etwa 15.000 Fragmente von etwa 850 Rollen aus dem antiken Judentum, die zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. geschrieben bzw. abgeschrieben wurden. Darunter sind auch etwa 200 Bibeltexte — die ältesten bekannten hebräischen Bibelhandschriften, die Zeugnis geben von der Überlieferungstreue der alttestamentlichen Schriften bis heute.
Innerhalb der letzten zwei Jahre wurden mit Mitteln der Leon-Levy-Stiftung und in Zusammenarbeit mit einem großen Software-Konzern analoge Photonegative aus den fünfziger Jahren digitalisiert und neue Scans von Artefakten hergestellt. Bisher sind etwa fünftausend Abbildungen online.
Dezember 16th
Lernverskalender 2013
16. Dezember 2012

Der Lernverskalender 2013 kann jetzt bestellt werden. Ansonsten gilt, was ich im letzten Jahr dazu geschrieben hatte.
Dezember 10th
Geierismen X: Über Salze
10. Dezember 2012
Nein, nein, ich bin mir ziemlich sicher:
Als Jesus von »Salz der Erde« geredet hat*, meinte er nicht Kaliumcyanid**, sondern Natriumchlorid***: Kein Grund also, sich wie Cyankali aufzuführen.
* Mt. 5, 13
** vulgo Cyankali
*** vulgo Kochsalz
Dezember 8th
Citat(e) des Tages LXIV
8. Dezember 2012
Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.
Verstand ist stets bei wen’gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
um Brot und Stiefel seine Stimm verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen.
Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
Friedrich von Schiller in »Demetrius«
Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.
Mark Twain
Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler.
Winston Churchill
In sein Dorf zurückgekehrt, berichtete der Zentralafrikaner vom Voodoo der Europäer: Man werfe dort alle vier Jahre Zettel in Kisten und hoffe, daß in den nächsten vier Jahren die Wünsche in Erfüllung gehen.
Michael Klonovsky
Rechtfertigung erhöht eine Nation,
aber die Huld der Volksstämme ist Verfehlung.
Schölomoh (Salomo); Spr. 14, 34
Dezember 5th
Mündige Christen
4. Dezember 2012
Immer mal wieder taucht der Begriff des »mündigen Christseins« auf, so zum Beispiel auch in einer Stellungnahme des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zum Theologischen Seminar Elstal nach Äußerungen einer ehemaligen Studentin* — siehe auch hier — welche die zerstörerischen Auswirkungen der dortigen morbiden Theologie auf ihr Leben beklagt hatte:
Insbesondere weise man die Unterstellungen zurück, dass an dem Seminar ein »unbiblisches Gottesbild« vermittelt und die Glaubwürdigkeit der Bibel gezielt untergraben werde. Ziel des Theologiestudiums sei es nicht zuletzt, Menschen zu einem mündigen Christsein anzuleiten.
Nun könnte man den Begriff des »mündigen Christen« zwar auch im Sinne einer Emanzipation von klerikalen Vorbetern verstehen, in diesem Sinne wird er in diesem Kontext aber gerade nicht gebraucht, ist doch der BEFG mit seinen Kaderschmieden in Elstal und Wiedenest selbst tief in Klerikalismus verstrickt: Diese speien ständig neue Absolventen aus, die hernach mehrheitlich nicht mehr arbeiten wollen, sondern sich »berufen« fühlen, sich für ihr Christsein bezahlen zu lassen. Allein dadurch entsteht ein erheblicher Druck auf die mit diesen Schulen verbundenen Gemeinden, diese Alumni denn auch zu absorbieren und hier mal eine neue Stelle für einen Jugendreferenten zu schaffen, dort mal einen halben Pastor anzustellen, irgendwann dann eine ganze Pfarrstelle draus zu machen (auch wenn man sich im BEFG natürlich schämt, wirklich Pfarrstelle dazu zu sagen — bei den Brüdergemeinden wahrscheinlich noch ein wenig mehr als bei den Baptisten, aber auch bei den »Brüdern« im BEFG zeitigt dieses leichte Unwohlsein keinerlei Auswirkungen in der Praxis; man hat längst einen strikten Verkirchlichungskurs eingeschlagen).
November 29th
Orlando Figes · Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne
29. November 2012
Orlando Figes
Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne
Eine Geschichte von Liebe und Überleben in Zeiten des Terrors
Hanser Berlin
384 Seiten, gebunden, 24,90 €
ISBN 978-3-446-24031-5
Man kann Geschichte vermitteln, indem man die großen historischen Eckdaten referiert. Man kann aber auch über die unmittelbare Lebenswirklichkeit der Menschen einer Epoche erzählen, und dadurch ein viel lebendigeres Bild zeichnen. Daß der Historiker und Rußland-Spezialist Orlando Figes Meister der Kunst ist, Geschichte so darzustellen, daß sie unmittelbar erlebbar wird, hat er schon mit Büchern wie »Die Flüsterer« oder »Die Tragödie eines Volkes« gezeigt. Sein neues Buch, »Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne«, ist thematisch schmaler aufgestellt als diese großen Bücher. Es erzählt die Geschichte des Moskauer Paares Lew und Sweta, das zunächst durch den Krieg getrennt wird. Als Lew aber aus deutscher Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, wird er in das Straflager Petschora im russischen Norden verbracht — ein Schicksal, das er mit unzähligen weiteren russischen Kriegsheimkehrern teilt, denn in der stalinistischen Sowjetunion galt allein die Tatsache der Kriegsgefangenschaft schon als Indiz für eine Kollaboration mit dem Feind.
November 27th
Fremde Federn: Zur Militäroperation »Wolkensäule«
27. November 2012
Der Rundbrief der Botschaft des Staates Israel in Berlin veröffentlichte heute die deutsche Zusammenfassung eines Artikels des Menschenrechtsanwaltes Arsen Ostrovsky in der Huffington Post vom 22. November:
Col. Richard Kemp ist ehemaliger Kommandant der britischen Armee in Afghanistan und einer der am höchsten dekorierten Offiziere in der britischen Armee. Er hat 30 Jahre seiner Karriere damit verbracht, Terrorismus in Großbritannien und weltweit zu bekämpfen.
Dies macht ihn zu einem Experten, der über bessere Qualifikationen verfügt, als die meisten, die sich sonst dazu äußern, wenn es darum geht, die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas zu beurteilen.Zwei Tage nach Beginn der Militäroperation Wolkensäule, die Israel gegen den andauernden Raketenbeschuß aus dem Gazastreifen am 14. November 2012 begann, reiste er nach Israel, um sich, wie er sagt, selbst ein Bild von der Situation zu machen. Bereits hinsichtlich des Vorgehens der israelischen Streitkräfte in der Operation Cast Lead bezeugte Kemp 2009 vor dem UN-Menschenrechtsrat als Antwort auf den sogenannten Goldstone-Report, daß Israel entgegen der Anklagen, Kriegsverbrechen zu begehen, mehr zum Schutz der Zivilisten in den Kampfgebieten getan hat, als jede andere Armee in der Kriegsgeschichte.
November 21st
Fasten mit Vollpension
21. November 2012

Fasten zwischen den Mahlzeiten?
Fastenwoche mit Vollpension: gefunden in »extratour«, dem Magazin des Deutschen Jugendherbergswerks
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