Sie befinden sich hierArchive - 2012

Archive - 2012


November 20th

Alte Seilschaften

19. November 2012

 

Im 24. Vers des 118. Psalms lesen wir: »Dies ist der Tag, den Jahweh gemacht, wir wollen uns freuen und frohlocken in ihm.« Um den ganzen Wert dieses Verses zu erschließen, ist hier eine Besonderheit des Hebräischen zu beachten: Die Fügung היום (HaJom), »dieser Tag«, bedeutet »heute«. Wir können also auch lesen: »Das Heute hat Jahweh gemacht.«

Das heißt, wir sollen weder im Gestern noch im Morgen zuhause sein, sondern im Heute.

»Nicht einer, der seine Hand auf den Pflug zu getrieben hat und blickt in Richtung auf die hinter ihm, ist geeignet in der Regentschaft des Gottes« (Lk. 9, 62). Viele Christen haben ihre Vergangenheit aber nicht wirklich angepfahlt[G]. Bei einigen, wenn sie davon erzählen, aus welchen Dingen sie befreit wurden, meint man, sie würden sich der Verfehlungen ihrer Vergangenheit rühmen. Aber auch jenseits dieses Phänomens gibt es viele, die nicht wirklich mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen haben; nicht wenige verklären sie in der Rückschau regelrecht. Paulos sagt: »Jedoch, was irgend mir Gewinn war, dies habe ich wegen des Christos als Verlust eingestuft« (Phlp. 3, 7). Etliche aber halten ihre Vergangenheit nicht für einen kompletten Schadensfall, sondern für einen kostbaren Schatz und bleiben ihr dadurch verhaftet. Sie können deswegen nicht im »Heute«, im היום Jahwehs ankommen, in dem sie selbst und damit auch alles, was zu ihnen gehört hat, mit dem Christos an den Pfahl geschlagen und damit endgültig hinweggetan ist, damit das Auferstehungsleben des Christos in ihnen wirken kann.

November 11th

Kleine Zeitungsschau VIII

11. November 2012

 

Da reibt man sich doch verwundert die Augen: Es wird gemeldet, daß Frau Merkel dieser Tage eine Grundsatzrede vor dem EU-Parlament gehalten haben soll. Ja, wo bitte soll die Dame, die konsequente Inkonsequenz zu ihrem Markenzeichen und absolute Prinzipienlosigkeit zum obersten Prinzip ihres Machterhalts erwählt hat, denn auf einmal Grundsätze herhaben? 

 

——————————————————————

 

Obwohl Übergewicht eine mörderische Sache ist, an der Millionen vorzeitig sterben, kann es sich im Einzelfall durchaus auch lebensverlängernd auswirken: Ein Delinquent in Ohio kann derzeit nicht hingerichtet werden, weil er zu fett ist: Der Arzt kann in dem ganzen Glibber keine Vene für die Giftspritze finden. Die Welt ist voller bizarrer Paradoxien: Ausgerechnet ein früherer Selbstmordversuch des Mannes, der dazu geführt hat, daß seine Unterarme stark vernarbt sind, erschwert nun die Prozedur zusätzlich. Und: Trotz dieses Suizidversuches geht der verurteilte Mörder jetzt juristisch gegen seine geplante Hinrichtung vor.

  

——————————————————————

 

November 4th

Wenigstens bunte Bilder …

4. November 2012

 

Stammleser kennend das schon: Wie schon 2009, 2010 und 2011 findet auch in diesem Jahr wieder ein Ereignis namens Herbst statt, das außer bunten Blättern so viel Arbeit mit sich bringt, daß die Schlagzahl der Geiernotizen etwas zurückgehen muß: Zwei Notizen pro Woche (das ist etwa der Mittelwert der letzten Jahre) sind dann einfach nicht drin. Ein Blick aus dem Fenster des Geierhorstes entschädigt aber doch für vieles:

 

 


 

 

 

Photos: © Geier

Oktober 30th

Citat des Tages LXIII

30. Oktober 2012

 

 

Ist es mein Reich oder Gottes Reich?

 

… Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen (Matthäus 6, 13 nach der englischen Bibel).

 

Wie viele Christen beten jeden Sonntag in der Kirche: »Dein Reich komme. Dein Wille geschehe!«, ohne sich klarzumachen, welche geistlichen Folgen die Erhörung dieser Bitten hätte. Worum bitten wir?

Sollten wir dies Gebet als Gegenüberstellung formulieren?: »Mein Reich verschwinde, damit Dein Reich komme!« Denn ganz gewiß kann Sein Reich niemals in meinem Leben realisiert werden, solange ich mein selbstsüchtiges Reich aufrechterhalte. Erst wenn ich abdanke, wenn ich nicht mehr Herr meiner Besitztümer bin, wird Jesus der König meines Lebens werden. Dieser Grundsatz wird nicht verstanden und bleibt daher im Leben vieler Christen unwirksam. Darum höre ich nicht auf, zu sagen und zu lehren und zu hoffen, daß dieser Grundsatz nicht nur objektive Wahrheit bleibt, sondern subjektive Erfahrung vieler Christen wird. Denn für jeden bekennenden Christen, der zu sagen wagt: »Ich kenne die Wahrheit, und das genügt mir; ich will sie aber nicht mit meinem täglichen Leben in Verbindung bringen«, — für den ist das Christentum nichts als eine Farçe und ein Selbstbetrug!

Oktober 21st

Zwischenruf

21. Oktober 2012

 

Ach, nööö, liebe EKD (Evangelische Kirche in Deutschland), heute hast Du also mal wieder einen bundesweiten »Männersonntag« celebriert. Ja, und? Hast Du was gemerkt? Ich war trotzdem nicht da. Und Du hast mich ja auch gar nicht vermißt, stimmt’s? Warum läßt du solche Sachen denn nicht einfach?

Was? Du willst, »daß Männer den Gottesdienst wieder entdecken«? Überleg doch mal. Was sollen die denn bitte in diesen Veranstaltungen, die Du als »Gottesdienst« bezeichnest, ganz so, als wäre Gottesdienst etwas, wo man hingehen könnte? Unterhaltung kann jedes drittklassige regionale TV-Programm besser als Du. Und mitspielen läßt Du die Männer bei Dir ja sowieso nicht so richtig, es sei denn, sie seien ordinierte Theologen. Was, bitteschön, sollen die also bei Dir?

Weißt Du was, liebe EKD? Männer sind Leben-zeugende. Wie sollen die denn bitte im Rahmen eines evangelischen Gottesdienstes (geistliches) Leben zeugen? Hast Du darüber überhaupt schon mal nachgedacht? Nein? Dachte ich mir.

Gib’s doch mal zu, Du kannst mit richtigen Männern ja auch überhaupt nichts anfangen. Die stören doch nur Deinen gut geölten Religionsbetrieb. Wenn sich mal doch einer zu Dir verläuft und auch nur ansatzweise männlich verhält wie z. B. Lutz Scheufler, kriegst Du doch sofort rote Flecken im Gesicht und denkst panisch darüber nach, wie Du ihn Dir unauffällig wieder vom Hals schaffen kannst. Ja, unauffällig natürlich. Denn ihn einfach so ’rauszuschmeißen bist Du selbst dann auch wieder nicht Manns genug.

Oktober 19th

Citat des Tages LXII

19. Oktober 2012

 

»Nichts hat die Einheit der wahren Gläubigen so stark gefördert wie der Bruch mit den falschen. Trennung von solchen, die fundamentale Irrtümer gewähren lassen oder das ›Brot des Lebens‹ den verderbenden Seelen vorenthalten, ist keine Spaltung, sondern nur das, was die Wahrheit, das Gewissen und Gott von allen erwarten, die treu erfunden werden wollen.«

 

C. H. Spurgeon

 

 

 

Oktober 14th

Jezebel, das lehrende Weib

14. Oktober 2012

 

Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Wirker, sich Nachschematisierende zu Aposteln des Christos. Und nicht Erstaunliches ist’s, denn er, der Satanas, nachschematisiert sich zu einem Engel des Lichts. Nichts Großes ist’s daher, wenn auch seine Diener sich nachschematisieren wie Diener der Gerechtigkeit, deren Vollendigung gemäß ihren Gewirkten sein wird. (2. Kor. 11, 13ff)  

 

Es greift zu kurz, wenn man das wohlbegründete Lehrverbot aus 1. Tim. 2, 12ff ausschließlich auf die Aussage begrenzt, daß Frauen in der Herausgerufenen[G] nicht lehren dürfen. Über die lebenspraktische Komponente hinaus hat das Verbot auch eine prophetische: Da die Herausgerufene dem Christos gegenüber weiblich ist, darf sie keine Lehren erfinden, sondern nur weitergeben, was der Christos selbst lehrt. Sie hat nicht das Recht, aus sich selbst heraus eigene Lehren einzuführen. Watchman Nee hat dazu geschrieben:*

»Wir lesen in Offenbarung 2, 20, daß Isebel behauptet, sie sei eine Prophetin. Sie sagt das, weil sie lehren möchte. Die Stellung der Gemeinde vor Gott ist die einer Frau. Jedes mal, wenn die Gemeinde sich selbst die Autorität aneignet und lehrt, ist Isebel am Werk. Die Gemeinde hat nichts zu sagen, d. h., sie ergreift nicht das Wort. Der Sohn Gottes ist das Wort, daher hat auch nur er das Wort. Christus ist das Haupt der Gemeinde, und nur er darf sprechen. Wenn die Gemeinde dennoch spricht, dann predigt die Frau. Die katholische Kirche ist diese predigende Frau. In der katholischen Kirche gilt, was die Kirche sagt, nicht, was die Bibel oder was der Herr sagt.«

Oktober 9th

Druckfrisch.

9. Oktober 2012

 

Gerade ist die »factum« 7/12 mit der Geiernotiz vom 12. September als Titelthema erschienen. Man muß also gar nicht unbedingt jung und schön sein, um es auch mal auf ein Zeitschriftencover zu schaffen: 


 

Oktober 6th

Im Halbdunkel

6. Oktober 2012

 

Wer sich entschließt, in Hurerei zu leben, muß sich nicht wundern, wenn er hier und da den einen oder anderen Bankert* zeugt. Das ist bei der Buhlschaft von konstantinisch geprägtem »Christentum« und Staat nicht anders. Die Bastarde*, die aus dieser Verbindung hervorgegangen sind, heißen Kirchen. Gar zu gern berufen sie sich auf ihre geistlichen Gene, ihre stattlichen staatlichen Privilegien wollen sie aber auch um keinen Preis fahren lassen. Sie behaupten, das Reich Gottes zu repräsentieren, sind aber mit tausend Stricken an die Reiche dieser Welt gebunden. Für den Außenstehenden ist es dabei höchst erstaunlich, wie gemütlich man es sich doch einzurichten vermag, wenn man schon seit Jahrhunderten derart zwischen den Stühlen sitzt.

Zum »christlichen« Religionsunterricht an staatlichen Schulen hatte ich vor ein paar Jahren geschrieben:

Dabei ist es aus christlicher Sicht ein absurder, um nicht zu sagen ein obszöner Gedanke, die Vermittlung geistlicher Inhalte dem Staat zu überlassen, genauso obszön wie die Beitreibung von Kirchensteuern durch den Staat und andere vergleichbare Erscheinungen, etwa die universitäre Ausbildung der Theologen und deren Finanzierung. Eine Trennung von Staat und Kirche kennt Deutschland nicht. Daß der Staat sich dies gefallen läßt, ist erstaunlich; viel schlimmer ist, daß es keinen wahrnehmbaren christlichen Widerstand hiergegen gibt. Denn biblisch beurteilt kann man diese Verbindungen von Staat und Kirche nur als »geistliche Hurerei« bezeichnen.

September 30th

Schade, eigentlich …

30. September 2012

 

Sehr geehrte Edeka-Kundendienstler,

ich habe eigentlich immer gern bei Edeka eingekauft, und das seit über zwanzig Jahren und mitunter palettenweise für meinen Betrieb. Schade eigentlich, daß das nun nicht mehr möglich zu sein scheint.

Rückblick 1. Lesertreffen

Beliebte Inhalte



CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck, zu testen, ob man ein menschlicher Benutzer ist und um automatisiertem Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Bitte die im Bild dargestellten Buchstaben (ohne Leerzeichen) eingeben.

Geierpost buchen

Inhalt abgleichen