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Archive - 2012
September 29th
2013er Lernverse
29. September 2013
Ich bin gerade dabei, den Lernverskalender für 2013 zu redigieren. Wem ein paar Verse einfallen, die dort Platz finden sollten, darf mir diese gern über das Kontaktformular mitteilen. Die Verse sollten eine Aussage haben, die auch dann klar und unmißverständlich ist, wenn der Vers außerhalb seines Kontextes gelesen wird. Verse wie 1. M. 40, 19 oder Hsk. 27, 18 sind an ihrer Stelle wichtig, aber für den Lernverskalender eher ungeeignet.
Natürlich kann ich nicht garantieren, daß sich alle eingesandten Verse im Kalender wiederfinden; immerhin ist dies der zehnte, so daß schon fast fünfhundert Verse für die Kalender der letzten Jahre verwendet wurden, und Wiederholungen versuche ich zu vermeiden.
Ich freue mich aber trotzdem über jede Einsendung.
September 23rd
Geierismen IX: Über Schafe und Wölfe
23. September 2012
»Habt keine Gemeinschaft mit den schwarzen Schafen und nehmt Euch in acht vor ihnen und ihrer Theologie!«
Also sprach zu den weißen Schafen — der Wolf.
September 18th
Aus der sozialistischen Rechtspflege: Heimschul-Ehepaar wegen Republikflucht verurteilt
18. September 2012
Am 6. September 2012 wurde vor dem Amtsgericht Darmstadt das Ober-Ramstädter Ehepaar Dirk und Petra W. wegen Republikflucht und Widerstands gegen die Kindesverstaatlichung zum weitgehenden Entzug des Sorgerechts für ihre vier Kinder verurteilt. In dem Urteil wird festgestellt:
Die Kinder besuchen seit Jahren keine öffentliche Schule, sondern werden von ihren Eltern zuhause unterrichtet. Seit Jahren entziehen die Eltern sich dem staatlichen Zugriff im Zusammenhang mit der staatlichen Beschulung, indem sie mehrfach ihren Wohnort wechselten, zeitweise ihren Aufenthalt sogar im Ausland nahmen.
Im Ausland sogar! Wo sind sie nicht überall gewesen — in Frankreich, in Norwegen! Ungarn gar! Mit den eigenen Kindern! Dabei haben sie sich in schamloser Weise die Tatsache zunutze gemacht, daß es jedem Bürger eines EU-Staates erlaubt ist, sich in einem anderen EU-Staat niederzulassen, ihr Tun mithin völlig legal gewesen ist.
September 15th
Citat des Tages LXI
15. September 2012
»Ich bin voller Hoffnung, weil wir endlich ein Parlament haben, in dem mehr als die Hälfte der Abgeordneten lesen und schreiben können.«
Mariam Arif Gassim, Mogadischu, Somalia
September 13th
Der Semmelweis-Reflex

13. September 2012
Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien: In der geburtshilflichen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses sterben mehr als 17 Prozent der Gebärenden am Kindbettfieber. In anderen Kliniken kommen sogar Sterberaten bis zu 30 Prozent vor. Besonders auffällig ist, daß die Sterblichkeit dort, wo Ärzte und Medizinstudenten arbeiten, um ein vielfaches höher ist als dort, wo die Hebammenschülerinnen ausgebildet werden. Als schließlich sein Freund, der Pathologe Kolletschka, nach einer kleinen Verletzung bei einer Leichensektion an den gleichen Symptomen stirbt wie die Mütter, zählt der junge Arzt Ignaz Philipp Semmelweis eins und eins zusammen. Er kommt zu dem Schluß, daß die Mütter an Infektionen sterben, die von den Ärzten übertragen werden, die damals zwischen Pathologie und Kreißsaal wechselweise mit bloßen Händen Tote sezierten und Wöchnerinnen untersuchten. Dort, wo Semmelweis schließlich die Desinfektion der Hände mit Chlorkalk durchsetzen kann, gelingt es ihm, die Mortalitätsrate von 17 auf 1,3 Prozent zu drücken.
Ein Dienst an der ganzen Gesellschaft: Warum Heimschule gut für Deutschland ist.
12. September 2012
Der folgende Artikel enthält einiges Material aus dem Leserseminar. Ich habe diesen Text gerade für die »factum« aufbereitet, deren nächste Ausgabe ein Schwerpunktthema »Heimschule« beinhalten wird, zu dem auch dieser Artikel (wahrscheinlich unter dem Titel »Die Entmachtung der Familie«) gehören soll. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, diese wichtige Thema zumindest in Kurzform den factum-Lesern vorstellen zu dürfen. Regelmäßige Leser der »Geiernotizen« werden wohl den einen oder anderen Textbaustein wiedererkennen, trotzdem schadet es sicher nicht, daß der Text hier noch einmal in dieser Form zu lesen ist. Die nächste »factum« ist ab 4. Oktober erhältlich.
Ich bin kein Heimschulaktivist. All meine Kinder haben öffentliche Schulen besucht. Heimunterricht war für mich immer ein sehr entferntes Randphänomen, keine Möglichkeit, die ich damals ernstlich erwogen hätte. Mit den Jahren habe ich einige Heimschulfamilien kennengelernt, bin ihrem Anliegen mit einigem Wohlwollen begegnet, aber immer noch habe ich der Sache keine größere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich verstanden habe, welch wichtiges Korrektiv die Heimschulfamilien für unsere Gesellschaft sind.
September 8th
1. Lesertreffen und Seminartag der Geiernotizen, Colditz 2012
8. September 2012

Wer nicht am Lesertreffen auf Schloß Colditz teilnehmen konnte, hat zwar Austausch und Gemeinschaft mit Geschwistern aus ganz Deutschland — buchstäblich vom Bodensee bis zur Ostsee — verpaßt, findet nachfolgend aber wenigstens die Audiodateien der Referate und die Tafelbilder.
Das Thema, mit dem wir uns auseinandergesetzt haben, heißt »Vom Oikos Adams zum Oikos des Christos«; es geht um das biblische Menschenbild, das im Gegensatz zum Menschenbild der Aufklärung nicht individualistisch orientiert ist, sondern den Menschen im Bezug zu seinem Oikos[G] sieht — zu der Haushaltung, in die er hineingestellt ist. Die rhetorische und stilistische Qualität der Vorträge ist zwar eher »Holzklasse« — ich weiß schon, warum ich lieber schreibe als spreche — aber da über das Thema sonst kaum richtig gelehrt wird, lohnt es sich möglicherweise doch, sich die ca. sieben Stunden der Vortragsreihe anzutun. Ansonsten darf natürlich jeder dafür beten, daß ich Zeit und Kraft für eine Verschriftlichung der Vorträge finde; dies könnte ihre Handhabbarkeit und auch die Qualität des Textes verbessern.
Zunächst einige Ergänzungen und Berichtigungen, die sich teilweise aus dem Gespräch mit anderen Seminarteilnehmern ergeben haben oder mir nachträglich aufgefallen sind:
September 5th
kurzes Lebenszeichen
5. September 2012
Nein, ich habe mich nicht in den Winterschlaf verabschiedet, bin aber noch mit der Aufbereitung der Daten vom Seminartag beschäftigt, die in Kürze hier erscheinen sollen.
Aufgrund eines Versandproblems ist übrigens noch eines der δεσπότης-T-Shirts zu haben, und zwar in Größe XL. [jetzt nicht mehr]
August 29th
Benzin am Stiel
29. August 2012
Die Älteren erinnern sich vielleicht noch: In den Fünfzigern wurde in der DDR gesungen:
Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.
Damals hatte die chruschtschowsche Agrarpolitik, die natürlich auch auf die sowjetischen Satellitenstaaten des Ostblocks ausstrahlte, den Maisanbau drastisch forçiert. Hintergrund war der deutlich geringere Pro-Kopf-Fleischverbrauch im Vergleich zum Westen. Der Mais sollte als Kraftfutter für die Schweinemast das Fleischangebot vervielfachen und somit den Abstand des Lebensstandards verringern. Was in der Theorie noch ganz vernünftig erschien, scheiterte an der Praxis: 45 Millionen Hektar Neuland hatte Chruschtschow mit Mais bebauen lassen, die Propagandamaschinerie feierte den Mais als »Friedensrakete« und »Wurst am Stengel«. Aber weder die Böden noch die klimatischen Verhältnisse waren geeignet, den Erfolg, den die Landwirtschaft der USA mit dem Mais hatte, einfach in der Sowjetunion zu kopieren. Teile der sowjetischen Landwirtschaft (und auch der in der DDR) wurden durch die verfehlte Politik ruiniert, in den Sechzigern zog Chruschtschow in der Maisfrage schließlich die Notbremse.
August 21st
Atheismus
21. August 2012
Die folgende Definition von Atheismus kursiert im Netz, leider ohne Quellenangabe:
Atheism
The belief that there was nothing
and nothing happened to nothing
and then nothing magically exploded for no reason,
creating everything
and then a bunch of everything magically rearrangend itself
for no reason what so ever
into self-replicating bits
wich then turned into dinosaurs.Makes perfect sense.
Deutsch etwa:



