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Bequemer lesen …
10. Dezember 2011
Der Artikel »Die Versammlung verlassen?« ist jetzt auch als .pdf-Broschur verfügbar und kann über das Kontaktformular als gedrucktes Heft bestellt werden.
Die T-Shirt-Aktion ist abgeschlossen (Versand für Anfang kommender Woche geplant), die zugehörigen Aufkleber und Hefte sind aber dauerhaft verfügbar.
Geschenke …
1. Dezember 2011
Ich hab’ was gegen Weihnachten? Ja — Geschenke: Aufgrund des regen Interesses an meinem Weihnachtsartikel von letzter Woche gibt es jetzt Geschenke mit Bezug auf Weihnachten, die aber nun gerade keine Weihnachtsgeschenke sind.
Erstens habe ich eine .pdf-Version des Artikels erstellt, die jetzt als 16seitige Broschur hier heruntergeladen werden kann.
Zweitens kann die Broschur als gedrucktes Heft über das Kontaktformular angefordert werden. Bitte Versandanschrift angeben und die gewünschte Stückzahl.
Schöner sterben: Käßmann sucht den Supersarg
9. November 2011
Die femme fatale des deutschen Luthertums ist doch immer wieder für eine Notiz gut. Diesmal wenigstens verhält sie sich ganz und gar schriftkonform, nämlich gemäß dem Wort aus Mt. 8, 22: »Laß die (geistlich) toten ihre Toten begraben«. Und so hat sich Frau Käßmann um den deutschen Totenkult verdient gemacht, indem sie als Jurymitglied für ein Bestattungsunternehmen die schönsten Särge, die schönsten Urnen, die schönsten Grabsteine und die schönsten Friedhöfe Deutschlands ausgesucht hat.
Ihr Maßstab: Individualität über den Tod hinaus, insceniert zum Beispiel mit dem Siegersarg, dem C 101 der Freiburger Manufaktur Cascada, einem Gerät, schwarz und schön wie ein Konzertflügel, mit gegossenen und vernickelten Beschlägen und 210 funkelnden Swarovski-Kristallen verziert. Den 211. gibt es extra dazu: Zur Erinnerung daran, daß man etwa vier- bis sechstausend Euro dafür erlegt hat, ein paar hundert von diesen Kristallen in die Erde versenken zu dürfen.
Photo: © cascada design | manufactur
Abbildung mit freundlicher Genehmigung
Aus aktuellem Anlaß …
22. Oktober 2011
Aus aktuellem Anlaß weise ich noch einmal auf die Geiernotiz vom 28. Februar hin. Das geschieht ganz ohne Häme, hilft aber vielleicht, einen Teilaspekt des geistlichen Hintergrundes der libyschen Geschehnisse verständlich zu machen.
Nachtrag: Informationen zu Gaddafis glühendem Antisemitismus finden sich bei »Spirt of Entebbe« bzw. in der Wikipedia. Gaddafi hatte für ein »judenreines« Libyen gesorgt und hat immer wieder viel Geld und Aufwand investiert, um seinem Ziel der völligen Vernichtung Israels näherzukommen.
Einmal andersherum betrachtet …
11. Oktober 2011
Und das Wort wurde Fleisch und hatte Zelt inmitten von uns, und wir erschauten seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit als des Alleiniggewordenen seitens des Vaters, voller Gnade und Wahrheit.
(Joh. 1, 14)
Gegen den Codex Sinaiticus, der die älteste vollständige Handschrift des Neuen Testaments enthält, wird von Kritikern häufig vorgebracht, daß Konstantin Tischendorf ihn im Sinai-Kloster in einem Abfallkorb gefunden hat. Die Mönche, so ist zu hören, werden schon gewußt haben, warum sie ihn verworfen hätten.
Man kann diese Anekdote aber auch genau andersherum bewerten: So wie die Religiösen den Christos verworfen (1. P. 2, 4) und an des Fluchholz gebracht haben, so haben sie auch sein Wort dem Abfall überantwortet, statt es zu hüten. Amos verurteilt, daß Jehudah Jahwehs Zielgebung verworfen und seine Gesetze nicht gehütet hat (Am. 2, 4). Bei den in Götzendienst verstrickten Mönche kann dies kaum anders gewesen sein. Die Parallele zwischen dem verworfenen Christos am Pfahl[G] und dem verworfenen Wort im Abfallkorb ist desto schlüssiger, da Johannes uns Jesus als das personifizierte Wort Gottes vorstellt.

»… aus jedem Gramm Material einen größeren Nutzeffekt!«
10. August 2011
Vielleicht war das ja so: Nachdem die Produktentwickler der »real,–«-Märkte mitbekommen hatten, daß Jesus mit zwei Fischen und fünf Broten fünftausend Familien sattbekommen hat (Mt. 14), dachten sie wahrscheinlich, sie müßten das irgendwie auch so ähnlich hinbekommen können. Und siehe: Wie Jürgen Kaube in der F.A.Z. überschlägt, haben sie doch tatsächlich einen Weg gefunden, ein einziges Huhn zu fünftausend Liter Hühnersuppe zu verarbeiten — freilich unter Zuhilfenahme von jeder Menge Nudeln, Geschmacksverstärkern und anderen Zutaten. Das hat die Verbraucherzentrale Hamburg herausgefunden[PDF], und nicht etwa durch aufwendige Labor- oder Detektivarbeit, sondern nur durch das Studium des Kleingedruckten auf der Verpackung. Und da steht doch tatsächlich, daß die »Hühnersuppe mit Nudeln« zwar 70% Nudeln, aber nur 0,1% [sic!] von dem namensgebenden Hühnerfleisch enthält, also gerade mal den tausendsten Teil des Packungsinhaltes, sowie unter anderem »Spuren von Ei, Milch und Senf«. Wäre — bei siebenhundertmal mehr Nudeln als Huhn — »Nudelsuppe mit Huhn« nicht die bessere Bezeichnung gewesen, oder noch richtiger (bei immerhin 4% Gemüseanteil) »Nudelsuppe mit etwas Gemüse« — kann Spuren von Huhn enthalten?
… eitel Freude!
10. Juli 2011
»Achtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen fallet …« wird Jakobos 1, 2 in der Elberfelder übersetzt, und bei Luther desgleichen: »Meine lieben Brüder, achtet es für eitel Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallet …«. Dies mutet spontan etwas seltsam an, und wahrlich: Das ist es auch.
Tsunami: Nachlese
24. Juni 2011
Ein japanischer Autofahrer hatte an seinem Fahrzeug eine Kamera montiert, als der Tsunami am 11. März ihn und andere überraschte und die Straße innerhalb von Sekunden zum reißenden Strom wurde. Die Kamera lief weiter, bis er schließlich das Auto verließ und dieses zerstört wurde. Offensichtlich konnten die Daten gerettet werden, und so ist eine eindrucksvolle Dokumentation über die potentielle Plötzlichkeit der Vergänglichkeit alles Physischen entstanden (hauptsächlich ca. Minuten 2 bis 6):
gefunden bei Zirkumflex
Inflation
1. Juni 2011
Folgende Produkte haben sich in Deutschland im April 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat am auffälligsten verteuert:
Weißkohl: 33,1 Prozent
Butter: 28,7 Prozent
Leichtes Heizöl: 26,7 Prozent
Kartoffeln: 20,4 Prozent
Bohnenkaffee: 17,8 Prozent
Diesel (Cetanzahl unter 60): 17,8 Prozent
Pflanzenöl (kein Olivenöl): 17,6 Prozent
Pommes frites: 17,2 Prozent
Orangensaft oder ähnlicher Fruchtsaft: 13,8 Prozent
Flugtickets: 13,8 Prozent
Die gesamte Inflationsrate wird aber mit 2,4% angegeben.
Quelle: Statistisches Bundesamt
An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand …
16. April 2011
Im Herbst hatte ich in dem Artikel »5 Jahre Haft für Blondinenwitz« noch etwas zugespitzt zum europäischen »Zusatzprotokoll zum Übereinkommen über Computerkriminalität betreffend die Kriminalisierung mittels Computersystemen begangener Handlungen rassistischer und fremdenfeindlicher Art« die Frage aufgeworfen, ob Blondinen- und Ostfriesenwitze künftig mit Haftstrafen bedroht seien — was der Wortlaut des Protokolls durchaus nahelegt — und siehe: Kaum ein halbes Jahr später hat die Realität die Satire eingeholt. Bei der Osnabrücker Staatsanwaltschaft ist eine Strafanzeige gegen einen Radiosender wegen Volksverhetzung eingegangen — ein Moderator hatte Ostfriesenwitze erzählt und ein Osnabrücker hatte daraufhin bei der Polizei Anzeige erstattet. Polizeisprecher Georg Linke sagte dazu: »Wenn ein Bürger eine Anzeige erstellt, nehmen wir das natürlich ernst«. In der Pressemitteilung des Senders heißt es:
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt gegen radio ffn wegen Volksverhetzung. Kein Scherz: Der Grund dafür ist ein Ostfriesenwitz, den Moderator Timm „Doppel-M“ Busche in „Niedersachsens bester Morningshow mit ffn-Morgenmän Franky“ erzählt hat. Die Anzeige wurde bei der Osnabrücker Polizei gestellt — natürlich von einem Ostfriesen. Seine Begründung: Durch diesen Witz seien die Ostfriesen als ethnische Minderheit diffamiert worden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.


