Sie befinden sich hiernebenbei bemerkt

nebenbei bemerkt


Was für ein Glas!

23. Februar 2010

 

Wie die F.A.Z. berichtet, hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, letztens in einem Interview geäußert, sie träume bereits davon, sich eines Tages wieder mehr ins Private zurückzuziehen. Zielstrebig, wie sie nun einmal ist, arbeitet sie auch bereits an der Erfüllung dieses Traumes. 

Am Wochenende wurde sie von der Polizei in Hannover erwischt, wie sie betrunken mit ihrem Phaeton eine rote Ampel überfuhr. Nun hat diese Frau ja in ihrem Leben schon so viele (geistliche) Stopschilder überfahren, daß eine rote Ampel wohl nur eine Frage der Zeit war. 

Nachdem die Polizisten sie mit 1,54 Promille im Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit angehalten hatten, soll sie zur Entschuldigung vorgebracht haben, daß sie ja »nur ein Glas getrunken« habe. Dieses Glas gibt mir ernsthaft zu denken. Um sich in einen solchen Zustand zu trinken, müßte das Glas (wenn man mal von Wein ausgeht) gigantische Ausmaße gehabt haben, also beinahe ein Literglas. Auf eine handelsübliche Glasgröße käme sie eigentlich nur, wenn sie Primasprit* getrunken hätte. Das wäre dann allerdings auch wieder ein Grund zu ernster Besorgnis. Von russischen Kampftrinkern habe ich so etwas schon gehört, die sterben dann allerdings auch nicht an Leberzirrhose, sondern an einem Speiseröhrendurchbruch, auch bekommt man das Zeug nicht lebend runter, ohne außerordentlich gut in Übung zu sein.

Proportionen

10. Februar 2010

 

 

Zwischen Elijahus erfolgreicher Schlacht mit den Baalspriestern und seiner Verfolgung durch Isebel, als er um Regen betete, sieht sein Diener endlich eine Wolke, klein wie eine Männerfaust, aus dem Meer heraufsteigen (1. Kön. 18, 44). 

Manchmal wünschen wir uns doch eher, daß Gott mit einer Faust in der Größe einer Wolke dreinschlüge. Aber was erscheint stattdessen am Horizont: Eine Wolke in der Größe einer Faust.

Herzliche Grüße an alle Leser, die gerade nach der »wolkengroßen Faust« Ausschau halten. Überseht die faustgroße Wolke nicht.

 

 


Photo: © Geier

 

 

 

 

Internetnetzwerke begünstigen Ehescheidungen

25. Dezember 2009

Wie verschiedene britische Zeitungen melden, ruinieren soziale Netzwerke im Internet wie z. B. Facebook und andere zunehmend Ehen. Mark Keenan, Managing Director einer auf Ehescheidungen spezialisierten Anwaltsfirma, berichtet, daß bereits jede fünfte Scheidung im Zusammenhang mit solchen Netzwerken stehe, und rechnet für 2010 für Großbritannien mit einem Scheidungsrekord, der zusätzlich von der Wirtschaftskrise begünstigt werden könne. Einige dieser Netzwerke ermöglichen es, nach alten Freunden zu suchen. Häufig führen solche Kontakte dann zu »unangemessenem Verhalten«, das zum Zerbruch von Ehen führt. Die Grenzen zwischen Neugier, scheinbar »harmloser« Suche in der eigenen Vergangenheit und einer Gefährdung der eigenen Ehe sind dabei fließend. So bequem, wie dies die modernen Telekommunikations- und Netzwerkmedien ermöglichen, ist Ehebruch wohl noch zu keinem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte zu haben gewesen.

Dabei besitzen die neuen Medien durchaus auch für Christen ein Gefährdungspotential. So wird zum Beispiel oft übersehen, daß die neutestamentliche Präzisierung des Ehebruchsbegriffes in Mt. 5, 28 — wenn man sie geistlich versteht — durchaus nicht nur eine Warnung gegenüber Männern beinhaltet. Auch Frauen stehen in der Gefahr, sich außerhalb der Haushaltung, in die sie hineingestellt sind, zu binden und andere soziale Kontakte in ein Konkurrenzverhältnis zur Ehebindung zu bringen, wie — um nur ein Beispiel zu nennen — die »gute Freundin«, mit der Dinge erörtert werden, die mit dem eigenen Ehemann nicht besprochen werden.

 

 

 

Krisenfest

21. Dezember 2009

 

Wenn eine kleine Krise sich zu einer großen auswächst, dann bedeutet das manchmal nichts anderes, als daß eine Lösung näherkommt.

Fremde Federn: Knopf im Ohr

26. November 2009

 

Der folgende Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung des Autors Adrian Michael Schell. Er ist urspünglich am 10. November auf dessen Blog erschienen. Adrian Michael Schell ist Buchhändler und seit Oktober 2005 in der Ausbildung zum Rabbiner am Abraham Geiger Kolleg in Berlin und an der Universität Potsdam. Er betreut die Kolumne »Ask the Rabbi« auf haOlam.de

 

 

 

 

 

Tätowierungen — Ein neuer Kult?!

Ich mag Tätowierungen und Piercings nicht. Vielleicht bin ich an der Stelle ein wenig altmodisch, aber ich finde, dass unsere Körper ihren eigenen Reiz haben und dass Tätowierungen oder auch Pircings diesen eher entzaubern als verstärken. Vielleicht schwingt in meiner Abneigung auch eine biblische Tradition mit, die sich aus einem klaren Verbot von Einschnitten in die Haut und Tätowierungen ergibt. Es handelt sich im Konkreten um einen Vers aus dem dritten Buch Mose (Vajikra), Kapitel 19:28:

„Und Einschnitte um einen Toten sollt Ihr nicht machen in Euren Leib, und Ätzschriften sollt Ihr an Euch nicht machen. Ich bin der Ewige.“

Bevor wir zu leichtfertig eine Handlung durch die Bibel bestätigen oder ablehnen, sollten wir genau hinschauen. Warum steht der Text genauso in der Heiligen Schrift? Was könnte der Grund dafür sein, dass sich ein biblisches Gebot für oder gegen eine Sache ausspricht?

Fremde Federn: Natürliche Immunisierung besser als Impfung

25. November 2009

 

Eine niederländische Studie legt den Schluß nahe, daß eine natürliche Immunisierung durch eine überstandene Grippeerkrankung nicht nur deutlich wirksamer ist als eine Impfung, sondern eine Impfung diesen natürlichen Schutz auch verhindern und dadurch mehr Schaden als Nutzen stiften kann.

Martina Lenzen-Schulte schreibt hierzu in der F.A.Z.:

Unter dem Gesichtspunkt des Immunschutzes sei nichts besser als eine Durchseuchung einer Population mit dem echten Erreger, dem Wildtyp-Virus. …

An Mäusen konnten die Rotterdamer Forscher nun zeigen, wie hilfreich eine durchlebte ungefährliche Grippe ist, wenn man es danach mit hoch pathogenen, gefährlichen Vogelgrippeviren zu tun bekommt. Ungeimpfte Mäuse, die eine Variante der Influenza A (H3N2) — von einem saisonalen Grippevirus verursacht — durchgemacht hatten, waren besser geschützt: Sie wurden nach einer sonst letalen Dosis von Vogelgrippeviren (H5N1) seltener krank und starben nicht — im Gegensatz zu den gegen die Influenza A (H3N2) geimpften Mäusen.

Toleranz

4. November 2009

 

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kindern frühzeitig beigebracht wird, daß Toleranz eine Tugend sei. Ob dies aber wirklich so ist, hängt immer davon ab, was denn da toleriert wird. Oft ist die nach außen zur Schau getragene Toleranz der politisch Korrekten [G] nichts anderes als eine bequeme Konfliktvermeidungsstrategie.

Es gibt auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge, zum Beispiel die des Technikers, der weiß, daß Toleranz eine Abweichung von einer Idealnorm ist. Ein Maschinenteil, das Toleranzen aufweist, wird irgendwo schleifen und Probleme verursachen, zumindest höheren Energieverbrauch, vielleicht auch ernsthafte Störungen des Ablaufes. Sind die Toleranzen zu groß, kann man es gar nicht einpassen und es wird völlig unbrauchbar. So ist es auch mit dem Menschen: Weist er zu große Toleranzen — also Abweichungen vom göttlichen Ideal — auf, läßt er sich nicht mehr in die menschliche Gesellschaft einpassen. Man spricht dann von Asozialität. Weist eine ganze Gesellschaft mehrheitlich zu große Toleranzen gegenüber dem biblischen Normativ auf, hat man eine dekadente, untergehende Civilisation.

Auch Thomas Mann sei hier angeführt, der gesagt hat, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt. 

… kein Wunscherfüllungsautomat

2. November 2009

 

Gerade wurde ich auf die Problematik der richtigen Übersetzung von Ps. 37, 4 hingewiesen. Luther übersetzt hier:

»Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.«

Diese Übersetzung erweckt nun den Eindruck, als hätte Gott zugesagt, beliebige Herzenswünsche zu erfüllen. Besser übersetzt hier aber die Elberfelder:

»… und ergötze dich an Jahwe: so wird er dir geben die Bitten deines Herzens.«

und in der Dabhar lesen wir:

»Und behage dich auf JHWH, und er gibt dir die Erfragten deines Herzens.«

Die letztgenannten Übersetzungen legen eher den Schluß nahe, daß es Jahweh ist, der überhaupt erst einmal die (richtigen) Wünsche des Herzens in uns bewirkt. Das ist doch ein deutlich anderer Schwerpunkt als der durch die Lutherübersetzung implizierte. In diesem Licht erscheinen auch die neutestamentlichen Parallelaussagen viel schlüssiger, die dem Leser hiermit zum Selbststudium anempfohlen seien:

 

Mt. 7, 7f

Joh. 9, 31

Joh. 14, 13

1. Joh. 3, 22

1. Joh. 5, 15

 

 

Geierquiz

13. Oktober 2009

 

Im Frühjahr hatte ich eine Geiernotiz geschrieben und mit einem Bild illustriert, das eine Schulklasse im Schulmuseum zeigt. Auf dem Bild ist auch eine Tafel zu sehen, auf der mit Kreide ein Vierzeiler angeschrieben steht — in deutscher Schreibschrift. Die Quizfrage ist: Wie lauten die Verse?

 

Zu gewinnen gibt es ein halbes Dutzend Geier-Wanduhren:

 

 

Wer teilnehmen möchte, sende mir über das Kontaktformular den richtigen und vollständigen Reim und eine Versandanschrift in Deutschland*. Gibt es mehr als sechs richtige Einsender, werden die Uhren unter diesen verlost. In einer Woche ist das Quiz beendet, dann gibt es hier die Auflösung.

 

Datenschutz: Die Gewinner werden natürlich nicht bekanntgegeben, die Adressen nach dem Versand vernichtet.

 

 

* Nur zur Sicherheit, weil das beim letzten Mal Irritationen gab: Nein, Österreich und die Schweiz gehören nicht zu Deutschland.

 

 

 

Wie die Zeit vergeht! Da hätte ich doch beinahe die versprochene Auflösung vergessen. Hier ist sie: Der Artikel, in dem das Bild zu finden ist, befindet sich an dieser Stelle, und der Spruch heißt:

 

Shana tova!

18. September 2009 

Mit dem heutigen Sonnenuntergang hat das jüdische Neujahrsfest begonnen. Und wenn sich niemand verzählt hat, ist es nun 5770 Jahre her, daß die Erschaffung des gegenwärtigen Kosmos zu einem Abschluß gekommen ist. Zwar hat diese Welt seitdem einige ernsthafte Blessuren abbekommen, aber es ist immer noch recht deutlich zu sehen, wie wunderbar alles einmal angelegt war, bevor es der Herrschaft der Verfehlung unterworfen wurde. Grund genug, sich auf die kommende Schöpfung zu freuen:

Aber neue Himmel und ein neues Erdland gemäß seiner Verheißung erhoffen wir, in denen Gerechtigkeit wohnt. (2. Petr. 3, 13)

Ich wünsche allen Lesern ein gutes neues Jahr mit Blick auf diese Zukunft.

Photo: © Geier

Beliebte Inhalte



Geierpost buchen

Inhalt abgleichen