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Archive - 2010


August 28th

Citat des Tages XXII

28. August 2010

»Was, so lange muß der Papa wegbleiben,

wegen einer Theateraufführung?«

Replik eines achtjährigen Mädchens aus Salzkotten, dessen Vater im Streifenwagen abgeholt wurde, um 40 (in Worten: vierzig) Tage Erzwingungshaft in der JVA Hamm anzutreten, nachdem er seine Kinder von einem höchst fragwürdigen Theaterstück in der Schule ferngehalten hatte. Der Vater hat Verantwortung für eine Frau und zwölf Kinder.

Zeitgleich in Deutschland — um es genau zu sagen, einen Tag nach der Verhaftung des Mannes — in einem deutschen Gerichtssaal: Eine Sängerin, die durch ihren promiskuitiven Lebensstil mindestens einen Mann mit GRID (»Gay-related Immune Deficiency«, vulgo: AIDS) angesteckt hat und mehrere andere in diese Gefahr gebracht hat, muß nicht ins Gefängnis. Mit ca. einer Stunde gemeinnütziger Arbeit am Tag für die Dauer eines knappen Jahres ist für sie die Sache erledigt. Sogar von der Untersuchungshaft wurde sie nach zehn Tagen verschont. Schließlich hatte sie eine schwere Jugend. Zu ihrer Entlastung läßt der Richter ihren Alkohol- und Drogenkonsum gelten, Elternkonflikte, frühe Schwangerschaft, ja selbst ihren beruflichen Erfolg, der zu einem unsteten und turbulenten Leben geführt habe.

August 25th

Citat des Tages XXI

25. August 2010

 

»Ich bin schon lange der Ansicht, daß ein Mensch, der den christlichen Glauben direkt mit Füßen tritt, von Gott und den himmlischen Mächten mehr respektiert wird als einer, der vorgibt, fromm zu sein, sich aber weigert, ganz unter Gottes Herrschaft zu kommen. Der erste ist ein offenbarer Feind, der andere ein falscher Freund. Der Letzte ist es, den Christus aus seinem Munde ausspeien wird; und der Grund ist leicht zu begreifen.«

 

A. W. Tozer in »Verändert in sein Bild«

 

 

August 22nd

Geschichten, die das Leben schreibt: An der Straße

22. August 2010

 

Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit; da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. … Und eine Gruppe Ältester einer hier nicht weiter genannt sein wollenden Freikirche kam vorüber mit ihren Mietlingen* (denn sie waren eine große und vor allem angesehene Freikirche und konnten sich mehrere Mietlinge halten) und da sie den Mann in seinem Blute liegen sahen, besprachen sie sich untereinander:

August 19th

Die Allianz von Beirut

18. August 2010

 

Wie das Nachrichtenportal »Heute in Israel« meldet, hat sich unter iranischer Führung eine islamische Allianz mit Syrien, dem Libanon und wahrscheinlich auch der Türkei gebildet, die durch gezielte Provokationen versucht, Israel zu einem Militärschlag gegen den Libanon zu bewegen, um dann einen Vorwand zu einem Vernichtungsschlag gegen Israel zu haben.

Arabische und persische Führer bekennen sich seit langem völlig offen und immer wiederkehrend zu einer Auslöschung Israels und einer Vernichtung aller Juden im Nahen Osten, ohne daß die westliche Öffentlichkeit dem größere Beachtung schenken würde.

Diese neuerlichen Vernichtungspläne könnte zum Beispiel die irrationale libanesische Provokation vom 3. August erklären, bei der ein israelischer Oberstleutnant getötet wurde. Auch das dreiste Bekenntnis des libanesischen Außenministers Elias Mor, daß der Soldat, der den israelischen Offizier Dov Harari erschoß, befehlsgemäß gehandelt habe, ist nur zu verstehen, wenn man davon ausgeht, daß Israel hier gezielt zu einem Gegenschlag provoziert werden sollte. Dies wiederum könnte erklären, warum sich in der israelischen Regierung diejenigen Kräfte durchgesetzt haben, die davon abrieten, auf diesen Mord mit einem militärischen Vergeltungsschlag zu reagieren.

August 15th

Problem wegübersetzt

15. August 2010

 

 

 

 

 

 

 

 


»Denn nicht sind wir wie die vielen, die das Wort des Gottes verschachern …«

2. Kor. 2, 17

Dieser Vers muß wohl für etliche wohlbestallte Theologen, die ihn übersetzt haben, eine unerträgliche Provokation dargestellt haben. So ist er denn in sehr vielen Übersetzungen sinnentstellend wiedergegeben worden. Die vielgelesenen Übersetzungen von Luther, Schlachter und die Alte Elberfelder schreiben hier statt »verschachern« einfach »verfälschen«. Auch die Zürcher schreibt »verfälscht darbieten«. Damit ist dem Text erst einmal die Spitze genommen: Zu denen, die das Wort nicht verfälschen, rechnet sich zumeist jeder selbst gern. Daß viele damit Handel treiben, ist aber so offensichtlich, daß es nicht so leicht geleugnet werden kann. Menge übersetzt etwas unscharf »mit dem Wort Gottes hausieren gehen«, was der Sache schon näherkommt, im Deutschen jedoch etwas mißverständlich ist, da bei »hausieren gehen« der Aspekt der Aufdringlichkeit herausgestellt wird, weniger der des Handeltreibens. Um genau diesen geht es aber bei dem hellenischen Grundtextwort καπηλεύω, das Krämerei und Schacher beschreibt.

August 12th

Citat des Tages XX

12. August 2010

 

»Christen sind der Haltung verfallen, die Lautesten und Bekanntesten unter ihnen für die Besten und Größten zu halten. Auch haben sie gelernt, Popularität mit Vortrefflichkeit gleichzusetzen. In offenem Gegensatz zur Bergpredigt ziehen sie nicht die Niedrigen, sondern die Selbstbewußten vor; nicht die Trauernden, sondern die Selbstsicheren; nicht die reinen Herzens sind und Gott schauen, sondern Leute, die öffentliches Aufsehen erregen und die Titelzeilen der Zeitschriften beherrschen!«

 

A. W. Tozer in »Verändert in sein Bild«

 

 

 

 

 

August 6th

Kleine Zeitungsschau II

6. August 2010

 

Die Kindergartenpflicht, vor der ich hier gewarnt hatte und die in Deutschland ungeniert jetzt auch von dem saarländischen stellvertretenden FDP-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Oliver Luksic für die Dauer von zwei Jahren gefordert wird, ist in Österreich ab September Realität. Die Verschiebung der Erziehungsverantwortung von den Eltern auf den Staat wird dadurch weitergetrieben. Von erbittertem Widerstand ist nichts zu hören, schon zuvor hat Österreich durch ein System aus finanziellen Anreizen und Zwängen dafür gesorgt, daß die meisten Kinder im Vorschulalter staatlichem Erziehungseinfluß ausgesetzt wurden. Ein Kommentator des oben verlinkten EF-Artikels merkt an:

Es ist festzuhalten, dass das Ausmaß der staatlichen Zwangsbeschulung sowohl das Reichsschulpflichtgesetz von 1938 als auch die Verhältnisse in der DDR übersteigt.

Die Verstaatlichung der Erziehung ist Kennzeichen und Voraussetzung jeder totalitären Gesellschaft.


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August 1st

An den Flüssen Babylons

1. August 2010  

  

An den Strömen Babels, dort hatten wir Sitz, auch noch weinten wir in unserem Gedenken an Zion. (Ps. 137, 1) 

 

Ich hatte ja verschiedentlich — so zum Beispiel hier, hier oder hier — schon begründet, warum die kirchlichen Systeme mit ihrem Klerikalismus und ihrer heidnisch-christlichen Religionsvermischung nie eine geistliche Daseinsberechtigung hatten und — da Gott sein Wort nicht ändert — auch nie haben werden. Sie leiten sich nicht aus der Schrift her, sondern allein aus der Kirchengeschichte. Von daher sollte jeder ernsthafte Christ prüfen, inwiefern er es verantworten kann, in einer solchen Struktur seine »geistliche Heimat« zu sehen. Das häufigste Argument, das Christen davon abhält, die Denominationen zu verlassen, ist der Verweis auf eine mangelnde »geistliche Infrastruktur« außerhalb der bestehenden Kirchen. Zwar erkennen viele, daß die denominationell verfaßten Gemeinden kein biblisches Vorbild haben; sie zu verlassen, würde jedoch bedeuten, auf regelmäßige Versorgung mit — vermeintlicher oder tatsächlicher — geistlicher Gemeinschaft zu verzichten. Wenn es irgendwo eine bessere, biblisch fundierte Struktur gäbe, würde man sich dieser ja gern anschließen, doch ist eine solche in Wohnortnähe meist nicht zu finden.

Juli 28th

Der große Selbstbetrug

28. Juli 2010

 

Über Liebe, Gesetz, Gnade, Glaube, Treue und Werke

 

Protestanten denken mitunter mit etwas Häme an das katholische Beichtsystem, das von etlichen Katholiken derart verstanden wird, daß sie »fröhlich sündigen« könnten, dies anschließend beichten und hernach munter weitermachen wie zuvor. Dies ist natürlich eine absurde Haltung, weil die Voraussetzung für eine gültige Vergebung ein Sinneswandel ist, und der erfordert nun einmal ein bewußtes, zielgerichtetes Aufgeben der Verfehlung.

Grund zur Häme haben die Protstanten trotzdem nicht, denn das Rechtfertigungssystem, das sie stattdessen errichtet haben, ist in seinen geistlichen Auswirkungen kaum besser. Überspitzt gesagt, ist an die Stelle der regelmäßigen Beichte die einmalige Bekehrung (wenn nicht gar, wie bei einigen Kirchen, die Säuglings»taufe«) getreten: Wer irgendwann ein »Übergabegebet« gesprochen hat (oder eben als Säugling besprengt wurde) und fürderhin unauffällig irgendwelche Gemeindeversammlungen besucht, gilt als gerettet. Wenn es gewisse Fortschritte in seiner Lebensführung gibt, wird dies sicher begrüßt; konkrete Forderungen werden jedoch in der Regel nicht gestellt, um den Vorwurf der Gesetzlichkeit zu vermeiden.

Zielgebung [Glossar]

Zielgebung

 

Zielgebung: hebr. »Torah« (תֹּורָה); Das Wort wird meist mit »Gesetz« übersetzt, leitet sich aber von »jarah« (zielen) ab. Das Wort Zielgebung verdeutlicht, daß nicht die starre Befolgung einer Verordnung, sondern das Erreichen eines Zieles Gottes Anliegen mit uns ist. Die Wiedergabe von »Torah« mit dem Wort »Gesetz« verbietet sich auch deshalb, weil es dann nicht mehr von »Choq« (Gesetz) und »Chuqah« (Satzung) zu unterscheiden ist.
Dem hebräischen »Torah« entspricht das griechische »Äntole« (Innenziel), das man also als eine in uns hineingegebene Zielgebung verstehen darf.

Dieser Gedanke wird fortgeführt mit dem neutestamentlichen Wort »Paraptoma« (Danebenfall), das meist mit »Sünde« übersetzt wird. Es wird durch die biblische Begrifflichkeit deutlich, daß ein Danebenfall ein Nichterreichen der Zielvorgabe, ein Herausfallen aus der göttlichen Ordnung bedeutet (man stelle sich bildhaft einen Pfeil vor, der, abgeschossen, das Ziel verfehlt und also danebenfällt).

 


 

 

 

Dieser Artikel ist Bestandteil des Glossars.

 

 

 

Rückblick 1. Lesertreffen

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