halbseiden

25. April 2010

 

Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, etwas zur Debatte um die Kindesmißbrauchsaffairen beizutragen, die derzeit die Ausläufer ihrer Schockwellen durch Presselandschaft und Blogosphäre wabern lassen. Nicht, weil es unwichtig wäre, aber deshalb, weil eigentlich zum Thema schon mehr oder minder alles gesagt zu sein scheint. Aus aktuellem Anlaß nun aber doch eine kurze Bemerkung:

Lesen, hinhören, mitdenken, bevor es zu spät ist — es ist kein zweiter Versuch vorgesehen.

22. April 2010

 

Die folgende Predigt von Tim Conway habe ich auf »Unwise Sheep« gefunden und publiziere sie hier unkommentiert und mit freundlicher Genehmigung des Übersetzers und Seitenbetreibers. Das heißt nicht, daß ich jeden einzelnen Satz unterschreiben würde, wohl aber, daß diese Predigt überwiegend sehr wichtig, nötig und empfehlenswert ist. An Details (wie z. B. dem Amtsverständnis, das sich in Sätzen wie »… frage den Pastor …« ausdrückt) könnte man ja immer mäkeln, aber man kann in diesem Fall auch — genauso wie über die Werbeeinblendung des Hosters am Anfang des Filmes — einfach mal darüberwegsehen, um den Kern der Botschaft aufzunehmen. Wer immer unverheiratet ist und diesen Zustand zu ändern gedenkt: Zeit nehmen, zuhören, mitlesen, nachdenken:

 

 

Ich möchte, daß ihr mit mir Sprüche 31, 30 aufschlagt.

Junge Männer, wenn es irgendetwas gibt, an das ihr euch vom Wort Gottes erinnern solltet, das damit zu tun hat, wenn es darum geht, eine Frau zu suchen, dann ist es dieser Vers. Haltet euch an diesen Vers, vergeßt ihn nicht, er sollte euch beständig vor Augen sein in eurem Denken, er sollte etwas sein, das du immer im Hinterkopf behältst, wenn du eine Frau suchst. Hört zu, von einer Frau, einer gute Frau, einer gottesfürchtige Frau, einer vorzügliche Frau heißt es in Sprüche 31, 10

Berufsberatung, hanseatisch

20. April 2010

 

Einigen Kummer ist die Evangelische Kirche in Deutschland mit ihren »Bischöfinnen« ja schon gewöhnt. Und das ist in Hamburg nicht grundsätzlich anders als in Mitteldeutschland oder Hannover. Im deutschen Norden hat Maria Jepsen gerade in einem Interview mit der taz — wie man auf gut deutsch so schön sagt — das mit dem Gesäß eingerissen, was ihre Mitarbeiter im Diakonischen Werk Hamburg zuvor mit den Händen aufgebaut hatten. Diese haben noch vor einigen Jahren in einer Pressemitteilung darauf bestanden, daß Prostitution nie ein normaler Beruf sein dürfe:

»Es ist falsch, … von der Anerkennung der Prostitution als Beruf zu sprechen,« sagt Ingeborg Müller, Fachbereichsleiterin für Frauenprojekte im Diakonischen Werk Hamburg. »Prostitution kann nie ein normaler Beruf sein.« Denn dazu gehöre die Meldung freier Stellen beim Arbeitsamt, die Vermittlung von Arbeitslosen in freie Stellen und die Androhung der Kürzung von Arbeitslosenhilfe, wenn ein Stellenangebot nicht angenommen werde. Sexualität dürfe nach christlicher Überzeugung nicht den Charakter einer Ware oder Dienstleistung bekommen.

Eseleien

19. April 2010

 

Schon gewußt? Beim Erwerb eines Esels (rechts in der Abbildung) werden neunzehn Prozent Mehrwertsteuer fällig, beim Erwerb eines Maultieres (links im Bild) hingegen nur sieben. Das hängt zusammen mit den beiden unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen in Deutschland.

Ursprünglich war der ermäßigte Satz eingeführt worden, um soziale Härten abzufedern. Das heißt: Eigentlich. Denn daß Hundefutter mit sieben Prozent, Wegwerfwindeln aber mit neunzehn besteuert werden, erschließt sich nicht jedem auf Anhieb als soziale Wohltat, es sei denn, man unterstellt, daß der Gesetzgeber der Meinung sei, daß Hundehaltung für das Gemeinwesen wichtiger ist als das Aufziehen von Kindern. Wundern würde mich das in dieser kinderfeindlichen Gesellschaft freilich auch nicht mehr. Auch daß Hotelübernachtungen neuerdings dem vergünstigten Satz unterliegen, ist wohl weniger ein Geschenk an sozial Bedürftige als an die Hoteliers.

gemäß Fleisch

17. April 2010 

 

 

Die Hoteliers sind zufrieden, und nicht nur diese. Es ist ein Bombengeschäft. Turin ist ausgebucht. Erstmals seit zehn Jahren wird das sogenannte »Turiner Grabtuch« wieder öffentlich für wenige Wochen ausgestellt, und Katholiken aus der ganzen Welt strömen nach Turin, um sich diese Reliquie, von der behauptet wird, sie sei das »Grabtuch Christi«, anzusehen. Man könnte Seite um Seite füllen, wenn man sich an der Debatte um die Echtheit dieses Tuches beteiligen wollte. Verschiedene Untersuchungen, darunter drei Radiokohlenstoffdatierungen (C14), haben das Tuch längst als mittelalterliche Fälschung entlarvt, die sich auch heute reproduzieren läßt, aber natürlich gilt dies einem wahren Tuchverehrer nichts; er wird immer Argumente finden, warum diese Untersuchungen fehlerhaft sein müßten.

Bekloppt oder psychotisch?

14. April 2010


Schwierige Bibelstellen V: Mt. 5, 22 

 

Ich aber, ich sage euch, daß alljeder Erzürntseiende aufgrund seines Bruders einbehabt sein wird  dem Gericht; wer aber gleichsam »Raka!« sagt zu seinem Bruder, wird einbehabt sein dem Synedrium; wer aber gleichsam sagt: »Du Törichter!«, wird einbehabt sein hinein in die Gehenna des Feuers.

Kaum einer meiner Leser wird schon einmal zu jemandem »Raka« gesagt haben. Das liegt wohl hauptsächlich daran, daß selbst diejenigen, die zu gelegentlichen Wutausbrüchen neigen, in unseren Breiten eher selten auf das Aramäische zurückgreifen. Die meisten Übersetzer scheuen sich davor, dieses »raka« zu übertragen, weil der Satz dann seine Problematik offenbart. Denn Raka bedeutet auch nichts anderes als das hernach mit »Törichter« übersetzte μωρος [moros]. Die Übersetzungen, die Raka übertragen, schreiben folgerichtig denn auch »Narr« oder »Tor«.

Was nun? Wer seinen Bruder als töricht [raka] bezeichnet, wird dem Synhedrium verfallen sein, wer ihn aber als töricht [moros] bezeichnet, wird der Gehenna verfallen sein? Haben wir es mit einem unterschiedlichen Maß des Gerichts bei einem gleichen Vergehen zu tun? Das würde Gottes Grundsatz der Verhältnismäßigkeit widersprechen. Was also ist der substantielle Unterschied zwischen »raka« und »moros«, der die Ungleichbehandlung im Gericht rechtfertigt?

Fremde Federn: »… dann schickte Allah Adolf Hitler«

13. April 2010

 

In einem Artikel für Haaretz vom 11. 4. 10 geht Shlomo Avineri, Emeritus für politische Wissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem, der Frage nach, inwiefern die arabische Neigung, sich im Nahostkonflikt als Opfer darzustellen, der historischen Wirklichkeit entspricht:

 

… bereits gefallen.

11. April 2010

 

»Wenn es in einer Gemeinde soweit kommt, daß nur eine Handvoll Menschen die geistlichen Angelegenheiten besorgen, ist diese Gemeinde bereits gefallen.«

Watchman Nee

 

   

 

  

verbindlich nachzuahmen …
Paulos hatte gute Gründe, neben seinem apostolischen Dienst einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Indem er niemanden finanziell belastete, war er unangreifbar. Ihm unlautere Motive für seinen Dienst zu unterstellen, wäre so selbst für einen böswilligen Zeitgenossen schwierig gewesen. »Denn Ihr selber gewahret, wie es bindend ist, uns nachzuahmen, da wir uns nicht unordentlich inmitten von Euch verhielten, aber auch nicht geschenkweise seitens jemandes Brot aßen, sondern in Ermüdung und Anstrengung nachts und tags Wirkende waren, um nicht jemand von Euch zu beschweren; nicht, daß wir nicht Autorität haben, sondern, auf daß wir uns selber Euch als Typus (Vorbild) geben zum Uns-Nachahmen.« (2. Thess. 3, 7ff)

Olympische Menschenopfer in Peking

8. April 2010

 

Mitte Februar hatte ich ja anhand der olympischen — also den Götzen des Olymp gewidmeten — Winterspiele schon auf den geistlichen Zusammenhang zwischen Götzendienst und Menschenopfern hingewiesen. Aber natürlich waren auch die vorherigen Pekinger Sommerspiele 2008 nicht harmlos. Während westliche Berichterstatter laut darüber nachdachten, ob die Spiele nicht eine Liberalisierung und Verbesserung der Menschenrechtssituation in China mit sich bringen könnten, vollzog sich im stillen für Tausende eine Katastrophe. Polizeieinheiten durchkämmten anläßlich der Olympischen Spiele die Städte nach allem, was den schönen Eindruck der Veranstaltung beeinträchtigen könnte. Dabei sind ihnen auch achttausend nordkoreanische Flüchtlinge ins Netz gegangen, die von China zurück nach Nordkorea abgeschoben wurden. Für die meisten bedeutet dies den sicheren Tod, entweder sofort oder nach einiger Zeit im Arbeitslager. Aber die Spiele waren sicher schön und bestimmt haben sich auch viele Christen über die bunten Bilder aus Peking gefreut.

Citat des Tages XV

8. April 2010

 

»Die Schriften zu verdrehen, so daß sie uns entschuldigen, uns loben und bestärken, heißt gegen das geschriebene Wort zu handeln und das lebendige Wort zu verwerfen. … Ein träumerischer, sentimentaler Glaube, der das Gericht Gottes über uns ignoriert und auf die Beteuerungen der Seele lauscht, ist so tödlich wie Blausäure! Ein Glaube, der passiv alle angenehmen Texte der Bibel akzeptiert, während er die ernsten Warnungen und Befehle übersieht oder verwirft, ist nicht der Glaube, von dem Christus und seine Apostel geredet haben.«

 

A. W. Tozer in »Verändert in sein Bild«

 

 

 

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