Kenianische Kasperei

4. August 2013

 

Was tun, wenn man Rechtsanwalt ist, ins Parlament gewählt werden will und ein bißchen Publicity ganz gut brauchen kann? Man sucht sich einen spektakulären Fall, mit dem man zwar kein Geld verdient, der einen aber bekannt macht. So oder ähnlich muß der kenianische Anwalt Dola Indidis wohl gedacht haben, als er sich entschloß, Israel und Italien vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verklagen — wegen der ungerechtfertigten und rechtswidrigen Anklage, Verurteilung und Hinrichtung von Jesus. Die ursprünglich mit dem Fall befaßten Personen und Behörden existieren zwar schon seit Jahrtausenden nicht mehr, das ficht Indidis aber nicht an. Als Freund von Jesus hält er sich für verpflichtet und berechtigt, stellvertretend die mangelnde Rechtsstaatlichkeit des damaligen Prozesses juristisch aufarbeiten zu lassen. Beweise für die damalige Unrechtmäßigkeit finden sich schließlich ausreichend in der Bibel, und so hält er sich an die Staaten, die er als Rechtsnachfolger des Römischen Imperiums und des Herodianischen Königtums ausgemacht hat. Da der Oberste Gerichtshof in Nairobi den Fall nicht zur Entscheidung annehmen wollte, ist Indidis damit nach Den Haag gegangen, freilich will sich wohl auch dort niemand so recht für zuständig erklären, Pilatus’ Urteil zu revidieren.

Geierismen XIII: Über Schnittstellen

31. Juli 2013

 

»Pfarrerin«: So ein unscheinbares Wort, und doch ist es Schnittstelle dreier christosfeindlicher Ideologien — des Klerikalismus, des Denominationalismus und des Feminismus.

 

 

 

Karl Mays Zuversicht

10. Juli 2013

Bitte Nachtrag beachten.

Karl May, weltberühmter Sachse und — neben Dutzenden anderen Büchern — auch Autor des Bandes »Unter Geiern«, ist nun selbst unter die Geier gefallen. Oder richtiger gesagt: Dem Geier in die Hände gefallen.

Vorhin bin ich nämlich beim »Zeltmacher« über dieses Gedicht gestolpert, das Karl May von einer weniger bekannten Seite zeigt:

 

Spontan habe ich mir gedacht: Das läßt sich doch was draus machen.

… nachgetragen

Gelegentlich aktualisiere ich Geiernotizen nachträglich bzw. ergänze zusätzliche Informationen. Dieses Nachtrags-Protokoll weist auf relevante Ergänzungen hin.

 

Zuletzt ergänzter Begriff im Glossar [G]: Mündigkeit

 

Fortlaufend und ohne weitere Erwähnung an dieser Stelle wird die Linkliste zum Datenschutz am Ende dieses Artikels ergänzt.

 

 

Zuletzt wurden folgende Artikel aktualisiert:

 

11. 7. 2013: »Karl Mays Zuversicht« (Absatz zum Kontext ergänzt)

 

26. 6. 13: »Volkseigene Ersatzteilspender« (Verweis ergänzt)

 

27. 5. 13: »Kind trinkt mit« (Absatz ergänzt)


Chawah war nie im Garten Eden — oder: Das generische Maskulinum und die Schöpfungsordnung

25. Juni 2013

 

Wie sich die Zeiten ändern: Vor zwei Jahrzehnten wurde Leipzig wegen seiner Bedeutung für die Beseitigung der SED-Herrschaft noch respektvoll als »Heldenstadt« apostrophiert, heute ist die Stadt wegen einer beispiellosen Provinzposse zum Gespött der Nation geworden. Schuld ist die hiesige Universität, die sich wohl auf ihre Vergangenheit als »Karl-Marx-Universität« besonnen hat und meint, ohne Not ein Revolutiönchen vom Zaune brechen zu müssen: Die Einführung des »generischen Femininums«.

Für diejenigen Leser, die Sprache einfach so benutzen, ohne sich groß Gedanken über deren grammatische Struktur zu machen, sei kurz erklärt, um was es geht: Es gibt im Deutschen das sogenannte »generische Maskulinum«, ein grammatisches Constuct, das auf Personengruppen unbekannten oder verschiedenen Geschlechts bezogen ist. Grammatisch ist es männlich, tatsächlich ist es unbestimmt: Wer von den Lehrern einer Schule spricht, meint damit eben alle Lehrer ungeachtet ihres physischen Geschlechtes, wer von den Studenten einer Universität redet, meint natürlich männliche und weibliche gleichermaßen. Das generische Maskulinum ist also eine geschlechtsneutrale Sammelbezeichnung, und da im Deutschen der Genus (das grammatische Geschlecht) ohnehin nicht in jedem Falle mit dem Sexus (dem biologischen Geschlecht) zusammenfällt — man denke nur an das Mädchen und die Mannschaft — hat auch die grammatische Verallgemeinerung, die das generische Maskulinum mit sich bringt, niemanden gestört, bis ca. in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts überspannte Kleingeister den Gedanken entwickelten, daß das generische Maskulinum diskriminierend sei, da bei all den Beamten, Wanderern, Brandstiftern, Mördern, Radfahrern und Brillenträgern die weiblichen jeweils nur »mitgemeint« seien, ohne aber ausdrücklich bezeichnet zu werden. Es wurde behauptet, das generische Maskulinum sei ein patriarchalisches Unterdrückungsinstrument zur Marginalisierung der Frau. Wie gesagt: Der deutsche Genus folgt nicht gerade den Regeln der Logik, es ist weder einsichtig, warum das Messer sächlich, die Gabel weiblich, der Löffel aber männlich sein soll, noch warum der grammatisch männliche Tisch ein sächliches Bein hat. Aber der Diskriminierungsvorwurf, so absurd er auch ist, ließ sich, einmal erhoben, nicht mehr aus der Welt schaffen, und ein großer Teil der Sprachgemeinschaft läßt sich seitdem von ein paar ideologisch verblendeten Feministen (beiderlei Geschlechts, natürlich) am Nasenring durch die Manege führen.

Hans Sachs: »Gottesdienst«

12. Juni 2013

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hans Sachs
(1494 — 1576)


»Gottesdienst«

Der Gottesdienst, seht, wie er geht:
In vollem Schwang auf ganzer Erden | Mit Mönch- und Nonn und Pfaffewerden,
Mit Kuttentragen, Kopfbescheren, | Tag und Nacht in Kirchen plärren,
Metten, Prim, Terz, Vesper, Komplet, | Mit Wachen, Fasten, langem Gebet,
Mit Gertenhauen, kreuzweis Liegen, | Mit Knieen, Steigen, Bücken, Biegen,
Mit Glockenläuten, Orgelschlagen, | Mit Reliquien-, Kerzen-, Fahnentragen,
Mit Räuchern und mit Glockentaufen, | Mit Lampenschnüren, Gnad-Verkaufen,
Mit Kirchen-, Wachs-, Salz-, Wasserweihen. — | Und ebenso ist’s bei den Laien:
Mit Opfern und mit Lichtlein brennen, | Mit Wallfahrten, zu Heil’gen rennen,
Mit Abendfasten, Tagesfeiern | Und Beichten nach den alten Leiern,
Mit Brüderschaften, Rosenkränzen, | Mit Ablaßlesen, Kirchscharwenzen,
Mit Pacemküssen, Reliquienschauen, | Mit Messenstiften, Kirchenbauen,
Mit großen Kosten die Altäre zieren: | Bilder auf die welschen Manieren,
Samtene Meßgewand, Kelche gülden, | Mit Monstranzen und silbernen Bilden,
In Klöster schaffen Zins und Rent’; — | Dies »Gottesdienst« der Papst benennt
Und spricht, man wirbt damit den Himmel | Und löst mit ab der Sünden Schimmel. —
Und wenn man’s sich besieht bei Licht, | Ist alles auf das Geld gericht’t. 

 

 

  

 

 

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Halver Hahn

6. Juni 2013

 

Es kann den arglosen Touristen schon irritieren, wenn er im Menü eines kölnischen Imbisses einen »Halven Hahn« vorfindet, diesen bestellt und statt des erwarteten halben Bratvogels denn nur ein Käsebrötchen bekommt. Wenigstens ist nicht zu erwarten, daß er dabei ernsthaft zu Schaden kommt. Bei anderen Mogelpackungen ist das schon problematischer. In Frankreich erzwang Präsident Hollande kürzlich die Öffnung der Ehe für Homosexuelle, in Großbritannien hat das Oberhaus vorgestern den Weg dafür freigemacht, und in Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht just heute die steuerliche Gleichstellung von Ehe und »eingetragener Lebenspartnerschaft« beschlossen und damit alle Lügen gestraft, die bei der Einführung dieser Einrichtung den Eindruck zu erwecken versucht hatten, daß es hier um irgend etwas anderes gehe als die schrittweise vollständige Homosexualisierung der Ehe, also genau das, was man im Wirtschaftsleben als »feindliche Übernahme« bezeichnen würde. Lediglich im Adoptionsrecht gibt es bisher noch Unterschiede, aber schon jetzt leben lt. Vokszählung von 2011 in Deutschland 5.700 Kinder in homosexuellen Haushalten, was bei 34.000 homosexuellen »Verpartnerungen« bedeutet, daß etwa von jeder sechsten amtlich abgesegneten homosexuellen Verbindung ein Kind direkt betroffen ist (wobei im »Deutschen Ärzteblatt« referierte Studien die Wahrscheinlichkeit des Kindesmißbrauchs durch homo- bzw. bisexuell Lebende gegenüber heterosexuell Lebenden bei 1.200 — 1.600 Prozent sehen). Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes hat Volker Beck folgerichtig zum Letzten Gefecht geblasen: Zur endgültigen Abschaffung der Ehe als einer Gemeinschaft von Mann und Frau durch Fusion mit der »eingetragenen Partnerschaft«. Es gäbe, so Beck, nun keinen Grund mehr, an zwei verschiedenen Rechtsinstituten festzuhalten. Da niemand ernsthaft damit gerechnet hatte, daß Beck durch seine Verstrickung in die Pädophilie-Affaire der Grünen künftig etwas zurückhaltender auf- (oder gar zurück-)treten würde, hat das auch niemanden wirklich erstaunt.

Es wird nun aber wenigstens immer klarer, daß die als Ehe bezeichnete Einrichtung bürgerlichen Rechts nicht mehr viel gemein hat mit der tatsächlichen Ehe, die Jahweh begründet hat. Zwar gilt dieser Befund, wie ich hier bereits dargelegt hatte, schon seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als — schon damals auf Betreiben des Bundesverfassungsgerichtes — konstituierende Merkmale der Ehe in Deutschland abgeschafft wurden. Aber jetzt ist es langsam auch bei extrem wohlmeinender Beurteilung der Verhältnisse nicht mehr zu übersehen, daß es sich bei der »Ehe«, die uns die säkulare Rechtsordnung anbietet, um eine Mogelpackung handelt: Es steht zwar »Ehe« auf dem Etikett, der Inhalt aber ist ein ideologisches Kunstprodukt von zweifelhafter Provenienz, mit recht beschränktem Haltbarkeitsdatum, grünlicher Färbung und leichtem Schwefelgeruch. Wenn Schachtschneider feststellt, daß der Staat die Familie schon deshalb nicht mehr zu schützen vermag, weil er gar nicht mehr wisse, was Familie sei, so gilt dies mindestens in gleichem Maße für die Ehe.

Citat(e) des Tages LXIX

1. Juni 2013

 

Kleine Sammlung zum Thema Inflation (einige davon sind ja schon aus diesem Artikel bekannt, der auch den biblischen Bezug herstellt):

 

»Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen.«

Ludwig Erhard (erster Wirtschaftsminister und zweiter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland)

 

»Inflation is taxation without legislation.«

(Inflation ist Besteuerung ohne Gesetzesgrundlage.)

 Milton Friedman, Ökonom

 

»Doch die schlimmsten [Plagen] sind meiner Meinung nach folgende vier: Krieg, Pest, Hungersnot und Münzentwertung. Bei den ersten drei ist das so offensichtlich, daß niemand daran zweifelt. Aber die vierte, welche die Münze betrifft, wird nur von wenigen, sehr verständigen Leuten erkannt, weil sie die Gemeinwesen nicht in einem Ansturm und auf einmal, sondern erst nach und nach und gleichsam unmerklich zugrunderichtet. … Das, was Maß sein soll, muß allzeit eine feste und beständige Größe haben, sonst würde die Ordnung des Gemeinwesens zwangsläufig gestört. Denn die Käufer und Verkäufer würden ebenso mannigfach betrogen werden, wie wenn die Elle, der Scheffel oder das Gewicht nicht mehr ihre bestimmte Größe hätten.«

Nikolaus Kopernikus (der nicht nur Arzt, Jurist, Mathematiker und Astronom war, sondern sich auch mit Ökonomie und Geldtheorie befaßte)

 

Nichts Neues.

18. Mai 2013

 

Nichts Neues unter der Sonne, alles wie gehabt (Schild an einem Markt):  

 

Und es ruft der Herr, Jahwe der Heerscharen, an jenem Tage zum Weinen und zur Wehklage, und zum Haarscheren und zur Sackumgürtung.

Aber siehe, Wonne und Freude, Rinderwürgen und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: »Laßt uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!«

Jes. 21, 12f

 

Und Laute und Harfe, Tamburin und Flöte und Wein sind bei ihrem Gelage; aber auf das Tun Jahwes schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.

Jes. 5, 12

 

Und gleichwie es in den Tagen Noahs geschah, also wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen:

Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging, und die Flut kam und alle umbrachte.

Gleicherweise auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten;

an dem Tage aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.

Luk. 17, 26ff

  

Abtreibungsarzt Kermit Gosnell wegen Mordes verurteilt

14. Mai 2013

 

Kermit Gosnell, Abtreibungsarzt aus Philadelphia, wurde gestern des Mordes in drei Fällen sowie der fahrlässigen Tötung einer Patientin schuldig gesprochen. Das Strafmaß wurde noch nicht festgelegt, die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe beantragt. Blutverschmierte Flure und Uringestank: Gosnell hatte jahrzehntelang ungehindert eine Abtreibungsklinik betrieben, in der unbeschreibliche Zustände geherrscht hatten. Aufgeflogen ist er im Februar 2010 mehr oder weniger zufällig nach einer Kontrolle wegen des Verdachtes unzulässiger Medikamentenabgabe, nachdem seine Klinik 17 Jahre lang überhaupt nicht behördlich kontrolliert worden war, obwohl es schon sein 1989 Beschwerden gab.

Gosnell hatte regelmäßig Spätabtreibungen durchgeführt, auch weit nach der 24-Wochen-Frist, die in Pennsylvania zulässig ist. Lebend zur Welt gekommene Kinder hat er getötet, indem er ihnen mit einer Schere die Wirbelsäule im Nacken durchschnitten hat. Dies war regelmäßige Praxis, so selbstverständlich, daß sie schon von Angestellten der Klinik ohne ärztliche Ausbildung durchgeführt wurde. Die Kinder haben nach Aussagen von Angestellten häufig eindeutige Lebenszeichen von sich gegeben, sich bewegt, geschrien oder geseufzt. Gerichtsfest nachgewiesen wurden aber nur drei der Fälle, die jetzt zu seiner Verurteilung geführt haben, auch, da Gosnell systematisch Akten gelöscht hat.

Die fünfzehnjährige Tochter einer Angestellten, eine Schülerin, die auch von Gosnell beschäftigt worden war, wurde nach kurzer Zeit im Telephondienst in die Abtreibungen einbezogen. Auch psychisch kranke Mitarbeiterinnen (bipolare Störung, Depressionen, Alkoholmißbrauch) waren an der Tötung Lebendgeborener beteiligt.

Rückblick 1. Lesertreffen

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