Kleine Zeitungsschau VII

2. Juni 2012

 

Fukushima ist doch immer noch für eine Schlagzeile gut, auch nach über einem Jahr. Jetzt heißt es verschiedentlich: »Verstrahlter Thunfisch aufgetaucht«. Natürlich ist der Thunfisch radioaktiv, aber das ist eine Schaufel Gartenerde auch. Wenn man sich nämlich einmal die Zahlen ansieht und einen Taschenrechner zur Hand nimmt, stellt man fest: Man müßte täglich 20 kg von diesem »verstrahlten« Thunfisch essen, also über sieben Tonnen im Jahr, um auch nur auf die Strahlungswerte zu kommen, die der durchschnittliche Deutsche durch natürliche Umgebungsradioaktivität aufnimmt. Und diese ist bekanntermaßen völlig ungefährlich. Im Schwarzwald und im Erzgebirge ist die natürliche Strahlung um ein Vielfaches höher, da kann stellenweise schon mal das Äquivalent von fast zwei Zentnern »verstrahltem« Thunfisch täglich(!) erreicht werden. Stewardessen und sonstiges fliegendes Personal müßten sogar ca. 160 kg Thunfisch am Tag bzw. 58 Tonnen pro Jahr essen, um soviel Radioaktivität aufzunehmen, wie sie an ihrem Arbeitsplatz abbekommen. Guten Appetit.

 

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Citat des Tages LVI

31. Mai 2012

 

Today, one of the most powerful religions in the Western World is environmentalism.
Environmentalism seems to be the religion of choice for urban atheists. Increasingly it seems facts aren't necessary, because the tenets of environmentalism are all about belief.

 

Michael Crichton, Schriftsteller, 2003

 

 

(Heutzutage ist der Ökologismus eine der mächtigsten Religionen der westlichen Welt. Für städtische Atheisten scheint Ökologismus die Religion ihrer Wahl zu sein. Zunehmend sieht es so aus, als seien Fakten überflüssig geworden, denn die Dogmen des Ökologismus sind reine Glaubenssache.)

 

 

 


 

 

 

 

Dank und Grüße an alle Müller zum Deutschen Mühlentag 2012!

28. Mai 2012
  

  

5. Mose 24, 6:

Nicht pfände einer ein Mühlsteinpaar oder ein Mahlgerät, denn die Seele würde er pfänden!  

 

 

  

Mt. 24, 41f:

Es werden zwei mit dem Mühlstein mahlen: Eine wird beiseitegenommen, und eine wird dagelassen. Wachet daher, da ihr nicht gewahret, in was für einem Tag euer Herr kommt.

 

 

Citat des Tages LV

26. Mai 2012

 

Das allseits geforderte umfassende staatliche Betreuungsangebot entpuppt sich hinterrücks als Waffe gegen das Recht auf Erziehung, das das Grundgesetz »zuvörderst den Eltern« sichert. Dieses privilegierte Elternrecht endet nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes nach drei Jahren. Anscheinend sind die Kinder nach dieser Sichtweise vom Staat den Eltern nur befristet ausgeliehen worden, und zwar solange sie sich gut führen. Das Kindergeld ist danach eine Art von Schadensersatz, den der Staat den Eltern gewährt.

 

Dr. Norbert Blüm, Bundesarbeitsminister a. D.

in: »Freiheit! Über die Enteignung der Kindheit und die Verstaatlichung der Familie«

 

 

 


 

 

 

Uwe Romeike im Interview: »… daß die Familie nicht auseinandergerissen wird …«

23. Mai 2012

 
Seit August 2008 lebt die schwäbische Familie Romeike in
Morristown, Tennessee. Als Heimschulfamilie waren die Romeikes in Deutschland nicht mehr sicher, so daß sie mit damals fünf Kindern in die USA emigrierten, dort Asyl beantragten und in erster Instanz im Januar 2010 auch erhielten. Das Urteil von Richter Burman kann man ohne Übertreibung als Ohrfeige für den deutschen Sonderweg der radikalen Kriminalisierung von Heimschulfamilien bezeichnen. Zurecht hat es damals ein kleines Medienbeben ausgelöst, daß eine deutsche Familie Asyl in den USA erhält — nicht 1940, sondern siebzig Jahre später. Die Geiernotizen haben jetzt im Gespräch mit Uwe Romeike nachgehakt: Was ist aus der Sache inzwischen geworden?

 

 

In Deutschland hat es die Nachricht, daß ein Richter in Tennessee einer deutschen Familie Asyl gewährt hat, bis in die Leitmedien geschafft. Wie hat die Öffentlichkeit in den USA — die Presse, aber auch die Menschen, denen Sie begegnen — auf die Angelegenheit reagiert?

Durchweg positiv und unterstützend. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen.

 

Neues Land, neue Sprache, neues soziales Umfeld — wie haben die Kinder damals die Umstellung verkraftet?

Umbringen, um zu beleben

19. Mai 2012 

Im März hatte ich bereits den Unterschied zwischen γραφη (Geschriebene[s]) und γράμμα (Schrift) erwähnt und in diesem Zusammenhang auch 2. Kor. 3, 6 angeführt:

»Er macht uns auch tauglich zu Dienern des neuen Bundes, nicht der Schrift, sondern des Geistes; denn die Schrift bringt um, aber der Geist macht leben.«

Dieser Satz lädt freilich zu verschiedenen Mißverständnissen ein, die tatsächlich auch typischer und fester Bestandteil christlicher Theologie und Verkündigung geworden sind.

Das erstes Mißverständnis besagt: Die Schrift sei schlecht*. Dies ist nicht so. Die Schrift (γράμμα) ist die notwendige äußere Form des Geschriebenen (γραφη); sie ist nötig, um Gottes Wort über die Jahrhunderte hin zu bewahren und hat damit einen festen Platz im Wirken Jahwehs mit den Menschen. Aber kann etwas gut sein, das uns tötet?

Rindfleischtheologie

12. Mai 2012

 

Man soll ja von einem Ochsen nicht mehr als Rindfleisch erwarten. Und man soll von einer Landeskirche nicht mehr als … nun ja, ich will nun nicht zu solch starken Worten wie »Bullshit« greifen, auch wenn ich mit Paulos ein honoriges Vorbild für solche Wortwahl geltend machen könnte … aber doch scheint es wohl vermessen, kirchlicherseits die geistlich saubere Beurteilung eines alltäglichen Sachverhaltes zu erwarten, und wenn es auch nur ein ganz kleiner, provinzieller, unbedeutender wäre; von einer Landeskirche wie der sächsischen zumal, die sich gerade für den bahnbrechenden, kirchenspaltungsabwendenden und versöhnungsstiftenden Kompromiß gefeiert hat, daß künftig zwar PfarrerInnen mit ihren homosexuellen GespielInnen die PfarrhäuserInnen bevölkern dürfen, aber zum Ausgleich beschlossen wurde, daß Ehe und Familie ja irgendwie auch ganz nett sind und nach wie vor eine gewisse (ja sogar biblische!) Berechtigung hätten. Ich soll mich nicht so aufregen? Der Blutdruck? Paßt schon; der meine ist von Natur aus so niedrig, daß ein moderater Anstieg nicht viel Schaden macht.

»… denn sie lassen sich formen wie Wachs.«

3. Mai 2012

 

Die Diskussion um den Kindergartenzwang irrlichtert einmal wieder durch die deutschen Medien. Gerade vorgestern hat eine zweiundzwanzigjährige Mainzer Studentin die ZDF-Polit-Castingshow »Ich kann Kanzler« mit einem Programm gewonnen, das sie als Familienförderung verkaufen konnte, das tatsächlich aber ein neuerlicher Familienvernichtungskreuzzug wäre. Kernpunkte wären die Abschaffung des Kindergeldes, flächendeckende kostenlose Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr, die ab dem vierten Lebensjahr dann verpflichtend sein soll: Der Schulzwang glatt um zwei Jahre nach vorn verlegt. Eltern dürften also noch Kinder zeugen und mehr denn je dafür zahlen — das Kindergeld ist ja kein Geschenk, sondern nur eine teilweise Rückzahlung der größeren Steuerlast, die Familien tragen — könnten aber noch weniger als bisher Einfluß auf die Erziehung ihrer Kinder nehmen: Als »Bildungs-Chancengleichheit« verkaufte Gleichschaltung. Die Dame selbst ist übrigens ohne Vater großgeworden, und so war er auch in dieser Situation, da sie diesen gemeingefährlichen Unfug vor großem Publikum ausbreitete, nicht zur Stelle, um ihr kräftig die Ohren langzuziehen. Mit vier Jahren zwingend in den Kindergarten: Das entspräche genau den Verhältnissen in Nordkorea.

Citat des Tages LIV

27. April 2012

 

Glück: Wenn es dir nur darum geht, Jesus ähnlicher zu werden

 

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, daß ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene (Römer 12, 2).

 

Die Annahme, die Menschen seien geboren, »um glücklich zu sein«, wird in der heutigen Gesellschaft von kaum einem in Frage gestellt, und die Auswirkungen dieses modernen Hedonismus spürt man auch im Volk Gottes. Das christliche Evangelium wird nur allzu oft als Mittel zum Glücklichsein, zu Herzensfrieden und Sicherheit angepriesen. Es gibt sogar solche, die die Bibel zum »Relaxen« benutzen, so, als sei sie eine Droge.

Wie falsch das ist, kann man leicht entdecken, wenn man das Neue Testament einmal ganz und unter ernstem Nachdenken liest. Dort liegt der Nachdruck nicht auf Glück, sondern auf Heiligkeit. Gott interessiert sich mehr für den Zustand der menschlichen Herzen als für den ihrer Gefühle. Ohne Zweifel bringt der Wille Gottes denen, die gehorsam sind, am Ende Freude; aber die wichtigste Angelegenheit ist nicht, wie glücklich wir sind, sondern wie heilig! Das kindische Geschrei nach Glück kann zu einer richtigen Falle werden, weil man sich leicht betrügen kann, indem man eine Religion der Freude kultiviert, ohne das dazu gehörende gerechte Leben zu praktizieren.

Die BBC kann es noch: »Unser Leben«

21. April 2012

 

Von der britischen BBC, die schon viele aufsehenerregende Naturdokumentationen produziert hat, läuft gerade ein Film in den deutschen Kinos, den ich wärmstens empfehlen kann. »Unser Leben« zeigt atemberaubende Tieraufnahmen, die auch Kenner von Naturfilmen begeistern, beeindrucken, ja anrühren werden.

 

 

Schwachpunkt sind allein die Kommentare, die natürlich nicht völlig ohne die üblichen Evolutions- und Pantheismus-Phrasen auskommen. Gelegentlich neigen sie mehr zum romantisieren als zum informieren. Aber das steht nicht derart im Vordergrund, daß es einem ernsthaft den Gewinn an diesen ehrfurchtgebietenden Aufnahmen verderben könnte.

Und natürlich werden auch interessante und lehrreiche Informationen gebracht, zum Beispiel über das geradezu strategische Vorgehen einiger Tierarten, um an Futter zu gelangen: Über die Lämmergeier, die Knochen aus großer Höhe auf Felsen fallen lassen, um Trümmer in schnabelgerechter Größe zu erhalten, über die Affen, die Palmnüsse erst schälen, dann wochenlang in der Sonne trocknen, um sie schließlich mit großen Steinen zu zerschlagen, über die Blattschneiderameisen im Gran Chaco, die Gräser, die sie selbst nicht verdauen könnten, zerschneiden und an Pilzkulturen verfüttern, die ihnen dann als Nahrungsgrundlage dienen, und die komplizierte Lüftungsanlagen bauen, um die giftigen Abgase, welche die Pilze beim Zersetzen der Gräser produzieren, aus ihren riesigen unterirdischen Bauten abzuleiten.

Rückblick 1. Lesertreffen

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