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Archive - Feb 2010
Februar 16th
Herausgerufene [Glossar]
Herausgerufene
Das griechische Wort ekklesia (εκκλησια), das häufig mit »Gemeinde« oder »Versammlung« übersetzt wird, heißt wörtlich »die Herausgerufene«. Da Christus als ihr Eigner seine Braut so benennt, sehe ich keinerlei Veranlassung, sie anders zu nennen und ziehe diese Bezeichnung vor. Sie verrät uns auch viel mehr über deren Wesen als die herkömmlichen Bezeichnungen: Das Herausgerufensein aus diesem sterbenden Zeitalter — besonders auch aus dessen religiösen Strukturen — gehört zur namensgebenen Substanz der neutestamentlichen Gemeinschaft. Begriffe wie »Kirche« oder »Gemeinde« sind mehr oder weniger mißverständlich: Kirche ist überhaupt kein biblischer Begriff, zudem hat der Leser bei diesem Wort zwangsläufig die gegenwärtigen institutionalisierten Kirchen vor Augen, die mit der neutestamentlichen Herausgerufenen nicht viel mehr gemein haben als das moderne Deutschland mit den alten Germanen. Das Wort »Gemeinde« ist wiederum wegen seiner kommunalpolitischen Bedeutung mißverständlich. Zur Problematik des Herausgerufenseins empfehle ich die Broschüre »Außerhalb des Lagers«.
Zum Verständnis des Verhältnisses von Herausgerufener und Denominationen können auch die Artikel »Wolfsblut« und »Brot, Wein und Gericht« beitragen.
Gender Mainstreaming [Glossar]
Gender Mainstreaming
EUdSSR [Glossar]
EUdSSR (EUSSR)
Kombination aus EU (Europäische Union) und UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken; Sowjetunion). Der Begriff spielt darauf an, daß die EU in der Gefahr steht, sich allmählich zu einem totalitären Vielvölkerstaat ähnlich der UdSSR zu entwickeln. Schon im derzeitigen Stadium gibt es Parallelen, die aufmerksame Beobachter als beängstigend empfinden. So gibt es zwar ein Parlament, von diesem geht aber nicht die tatsächliche legislative Macht aus. Diese wird von Gremien ausgeübt, die keiner ausreichenden demokratischen Kontrolle unterliegen. Die Gewaltenteilung ist mangelhaft ausgeprägt. Ist es Zufall, daß das mächtigste EU-Organ Rat (russ: Sowjet) heißt? Kann man eine Union, die von einem Sowjet regiert wird, deshalb schon als Sowjetunion bezeichnen? Geiernotizen.de hat hierfür eine eigene Rubrik, die diese Fragen im Auge behält.
Dieser Artikel ist Bestandteil des Glossars.
Februar 15th
Nick Vujicic
15. Februar 2010
Hat Euch schon mal jemand mit solch einem überzeugenden Lächeln erklärt, daß in Christus Leben und Sterben gleichermaßen Gewinn ist (Philp. 1, 21)?* Das ist ja nicht grundsätzlich neu für den Bibelleser, aber Nick nimmt man glatt ab, daß er es wirklich verinnerlicht hat.
* Das ursprünglich hier verlinkte Video, auf das sich der Text bezieht, ist nicht mehr vorhanden. Es mußte durch ein ähnliches ersetzt werden.
Februar 13th
… von Anbeginn
13. Februar 2010
Ihr seid aus dem Vater, dem Diabolos, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an, und in der Wahrheit stand er nicht fest, da die Wahrheit nicht in ihm ist. Wann gleichsam er die Fälschung spricht, spricht er aus dem ihm eigenen, da er ein Fälscher ist und der Vater derselben.
Joh. 8, 44
Da steht es also: Der Diabolos (Durcheinanderwerfer, Verwirrer) ist ein Menschenmörder von Anbeginn. Deswegen kann es nicht verwundern, daß für ihn die Krönung seiner Anbetung das Menschenopfer ist. Götzendienst, wenn er vollendet ist, fordert also immer wieder Todesopfer. Im Moment wird dem Zeus, dem obersten der hellenischen Götzen des Olymp, gerade wieder ein großes Fest gefeiert, weswegen man dieses Fest auch die Olympischen Spiele nennt. Und prompt hat Zeus das erste Menschenopfer gefordert.
Wie ist das möglich? Lehrt uns die Schrift nicht, daß die Götzen nur tote Materie sind? Die können doch gar nichts fordern noch bewirken — oder? Ja richtig, aber Paulos erklärt auch:
Daher, was erkläre ich? Daß ein Idolopfer etwas ist?
Nicht so, sondern daß Opfer, welche die Nationen schlachtopfern, sie den Dämonen und nicht dem Gott schlachtopfern …
1. Kor. 10, 20f
Februar 11th
Bibelstellen, die gern übersehen werden III
11. Februar 2010
Wer aber von euch, der einen Sklaven beim Pflügen oder Hirten hat, wird ihm, dem vom Felde hereingekommenen, gebieten: Komm sofort herbei, laß dich nieder!
Sondern wird er nicht zu ihm sprechen: Bereite mir etwas; ich werde Mahl halten! Umgürte dich und diene mir, solange ich esse und trinke; nach diesem wirst auch du essen und trinken.
Nicht hat er Dank für den Sklaven, daß er die Anordnungen ausgeführt hat.
So auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch angeordnet war, sagt: Wir sind unbrauchbare Sklaven, nur, was wir zu tun schuldeten, haben wir getan.
Lk 17, 7ff
Februar 10th
Proportionen
10. Februar 2010

Zwischen Elijahus erfolgreicher Schlacht mit den Baalspriestern und seiner Verfolgung durch Jezebel, als er um Regen betete, sieht sein Diener endlich eine Wolke, klein wie eine Männerfaust, aus dem Meer heraufsteigen (1. Kön. 18, 44).
Manchmal wünschen wir uns doch eher, daß Gott mit einer Faust in der Größe einer Wolke dreinschlüge. Aber was erscheint stattdessen am Horizont: Eine Wolke in der Größe einer Faust.
Herzliche Grüße an alle Leser, die gerade nach der »wolkengroßen Faust« Ausschau halten. Überseht die faustgroße Wolke nicht.
Photo: © Geier
Februar 8th
vom Übersetzen
8. Februar 2010
Gelegentlich bin ich gefragt worden, welche Bibelübersetzung ich hier verwende und warum. Bevorzugt nutze ich die Dabhar-Übersetzung von F. H. Baader (Die Geschriebene des Alten und Neuen Bundes). Der Grund liegt in ihrer Genauigkeit. Mir ist bisher keine andere deutsche Übersetzung bekannt, die dem Grundtext derart nahekommt. Das bedeutet freilich, daß sie keine bequeme Übersetzung ist.
Denn die Genauigkeit erfordert Wortschöpfungen, die nicht immer unserer Alltagssprache entsprechen. Das kann auch gar nicht anders sein: Die biblischen Sprachen — Althebräisch, Aramäisch, Altgriechisch (Hellenisch) — entsprechen in ihrer Struktur nicht unbedingt dem modernen Hochdeutschen. Die Übersetzung hat also die Aufgabe, die Verständniskluft zwischen Ursprungstext und der Sprachwelt des Lesers zu überbrücken.
Dafür gibt es nach Schleiermacher zwei gegenläufige Übersetzungsprinzipien: Das eine besteht darin, den Grundtext an das Denken des Lesers anzupassen. Das andere besteht darin, das Denken des Lesers auf den Grundtext zuzubewegen. Wird irgendein Roman übersetzt,ist es kein Problem, wenn der Übersetzer das erste Prinzip anwendet. An die Übersetzung der Bibel stelle ich freilich andere Anforderungen. Der zweite Weg — Heranführung des Lesers an den Grundtext — ist freilich nur möglich, wenn der Leser mitarbeitet, er erfordert den mündigen Leser. Die Dabhar-Übersetzung folgt diesem zweiten Übersetzungsprinzip. Begründet ist dies z. B. in Röm. 12, 2:
Februar 7th
Brot, Wein und Gericht
7. Februar 2010
Schwierige Bibelstellen III: 1. Kor. 11, 29
Denn der Essende und Trinkende ißt und trinkt sich selber Urteil, wenn er den Leib nicht beurteilt.
Dieser Aussage geht in Vers 28 die paulossche Anweisung »ein jeder prüfe sich selbst« voraus. Die Frage ist nun, worauf sich diese Selbstprüfung beziehen muß und damit auch, worauf sich die Gerichtsdrohung in Vers 29 bezieht. Geht es hier darum, irgendwelchen Verfehlungen nachzuspüren? Die McArthur Studienbibel gibt in ihrem Kommentar die verbreitete protestantische Auffassung wieder, wenn sie recht allgemein schreibt:
Februar 3rd
Citat des Tages IX
3. Februar 2010
An den Herrn allein richtet eure Gebete. Hütet euch davor, nach den Zuhörern zu schielen, hütet euch, ihnen zuliebe schöne Worte zu machen. Das Gebet darf auch nicht eine verdeckte Predigt sein. Es ist nicht viel besser als Gotteslästerung, wenn man das Gebet zur Schaustellung macht. Schöne Gebete sind meistens gar nicht fromm. … Lange Gebete enthalten entweder Wiederholungen oder unnötige Erklärungen, deren Gott nicht bedarf, oder sie arten in eine Predigt aus. Ihr braucht nicht im Gebet den Katechismus aufzusagen oder alle eure oder eurer Gemeindeglieder Erfahrungen herzuzählen … Es ist nicht notwendig, daß ihr solange fortredet, bis jedermann denkt: »Wenn er doch endlich Amen sagen würde!«
C. H. Spurgeon, gefunden in der Zeitschrift »Der schmale Weg«, Januar 2010
oder, wie es Jesus ausgedrückt hat:
Aber als Betende — nicht solltet ihr quaken, ebenso wie die aus den Nationen; denn sie meinen, daß sie in ihrem Vielworten erhört werden.
Mt. 6, 7





