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Archive - Jul 2010 - Artikel


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Juli 28th

Der große Selbstbetrug

28. Juli 2010

 

Über Liebe, Gesetz, Gnade, Glaube, Treue und Werke

 

Protestanten denken mitunter mit etwas Häme an das katholische Beichtsystem, das von etlichen Katholiken derart verstanden wird, daß sie »fröhlich sündigen« könnten, dies anschließend beichten und hernach munter weitermachen wie zuvor. Dies ist natürlich eine absurde Haltung, weil die Voraussetzung für eine gültige Vergebung ein Sinneswandel ist, und der erfordert nun einmal ein bewußtes, zielgerichtetes Aufgeben der Verfehlung.

Grund zur Häme haben die Protstanten trotzdem nicht, denn das Rechtfertigungssystem, das sie stattdessen errichtet haben, ist in seinen geistlichen Auswirkungen kaum besser. Überspitzt gesagt, ist an die Stelle der regelmäßigen Beichte die einmalige Bekehrung (wenn nicht gar, wie bei einigen Kirchen, die Säuglings»taufe«) getreten: Wer irgendwann ein »Übergabegebet« gesprochen hat (oder eben als Säugling besprengt wurde) und fürderhin unauffällig irgendwelche Gemeindeversammlungen besucht, gilt als gerettet. Wenn es gewisse Fortschritte in seiner Lebensführung gibt, wird dies sicher begrüßt; konkrete Forderungen werden jedoch in der Regel nicht gestellt, um den Vorwurf der Gesetzlichkeit zu vermeiden.

Juli 26th

Citat des Tages XIX

26. Juli 2010

 

 

Nina Belz berichtet in der F.A.Z. aus Duisburg: 

Mehrere hundert Leute tanzen hier, in der verkehrsfreien Innenstadt, auf dem Brunnen, an Straßenlaternen, den Kopf in Richtung »Love Mobile«, wo ein DJ die Masse anheizt. Sie wollen noch alles geben, bevor die Stecker gezogen werden. Menschen gehen mitten auf der Straße, sitzen auf Gehsteigen, essen, schlafen, trinken, lehnen berauscht an den Hausmauern. Die Toten auf dem Weg zu Gelände? Ja, davon hätten sie gehört, wie viele waren's noch mal, 17? Oder 30? Schon kraß. Sag' mal, hast Du nicht Lust, ein bißchen mitzutanzen?

 

Es waren aber zu der Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihrem Opfer vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr nicht umdenkt, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr nicht umdenkt, werdet ihr alle auch also umkommen. (Lk. 13, 1ff)
 

 

Juli 21st

v. Schmids Gute-Nacht-Geschichten

21. Juli 2010

 

 

Ich bin im Besitze eines kleinen antiquarischen Bändchens mit »Kurzen Erzählungen« des Christoph von Schmid, erschienen 1918 in Regensburg. Früher habe ich diese gelegentlich als Gute-Nacht-Geschichten zum Einsatz gebracht. Eigentlich sind sie mehr moralisch als wirklich geistlich, als Denkanregung zum Teil aber trotzdem gar nicht verkehrt. Gewöhnungsbedürftig sind dem heutigen Leser unter Umständen die Verse, mit denen v. Schmid die Geschichten abschließt und die mitunter hart an der Kitschgrenze schrammen.

Folgend ein Beispiel; schade ist, daß ich die Geschichte hier nicht in Fraktur wiedergeben kann:

 

Juli 17th

Bibelstellen, die gern übersehen werden IV: Klug werden

17. Juli 2010

 

 

 

 Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. (Ps. 90, 12; Luther-Üs.)

 

Denn wir müssen gewißlich sterben und sind wie Wasser, das auf die Erde geschüttet ist, welches man nicht wieder sammeln kann; aber Elohim nimmt nicht die Seele weg, sondern er sinnt darauf, daß der Verlorene nicht von ihm weg verloren bleibe. (2. Sam. 14, 14)

 


Photo © Geier

 

 

 

Juli 10th

Kastraten

10. Juli 2010

 

Das (frei)kirchliche Missionsmodell macht den Nichtkleriker zu einem »Einlader«. Wohl soll er Freunde und Collegen durchaus in die Versammlungen mitbringen, wo sie dann jedoch von professionellen Predigern — am besten bei speziellen »Gästegottesdiensten« — »evangelisiert« werden sollen. Dem einzelnen Christen wird jedoch grundsätzlich nicht zugetraut, den Ratschluß Gottes selbst Außenstehenden nahezubringen. Und tatsächlich: Er kann es regelmäßig wirklich nicht. Denn in den Versammlungen wird er nicht darin eingeübt, das Wort Gottes zu verkündigen. Da er dort nur als passiver Zuhörer zugelassen wird, ist er »draußen«, in der Welt, erst recht passiv.

Die »Zuhörergottesdienste«, die eine Versammlung in wenige Aktive und eine Mehrheit der Passiven unterteilen, bewirken also vor allem, daß sie diejenigen, die darin sitzen, »kastrieren«, also geistlich unfruchtbar machen, ihnen abgewöhnen, geistlichen Samen — das Wort Gottes — weiterzugeben. Die Hammel in Gottes Herde, die eigentlich Nachwuchs zeugen sollten, werden solcherweise zu Schöpsen*.

Juli 4th

Operation Entebbe

4. Juli 2010

 

In der Nacht von dritten auf den vierten Juli jährt sich zum vierunddreißigsten mal die Geiselbefreiung von Entebbe.

Palästinensische und deutsche Terroristen hatten 1976 eine Air-France-Maschine entführt und auf dem Flugplatz Entebbe in Uganda, dem Reich des Schlächters Idi Amin, zur Landung gezwungen. Idi Amin ist ein Kapitel für sich; an dieser Stelle soll der Hinweis genügen, daß er sich selbst als »Seine Exzellenz, Präsident auf Lebenszeit, Feldmarschall Al Hadij Doktor Idi Amin Dada, VC, DSO, MC, Herr all der Kreaturen des Landes und aller Fische der Meere und Eroberer des Britischen Empires in Afrika im allgemeinen und Uganda im besonderen« bezeichnete. Und das war keine Selbstironie.

Rückblick 1. Lesertreffen

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