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Archive - Nov 2010 - Artikel
November 24th
Verlorene Söhne, verlorene Töchter
24. November 2010
Nahezu jeder kennt es: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15, 11ff) gehört zu den populärsten Textteilen der Bibel, selbst den meisten Nichtchristen zumindest vom Hörensagen her bekannt. Zurecht steht bei der Deutung dieses Gleichnisses die Aussage im Vordergrund, daß Jahweh auf die Rückkehr eines jeden Menschen ebenso wartet, wie ein Vater auf die Rückkehr eines Sohnes, der ihn verlassen hat. Nun hat ein jedes Gleichnis aber mehrere Deutungsebenen und ich möchte mich dem Text heute von einer anderen Richtung her nähern.
Die Redefigur des Gleichnisses benutzt einen konkreten Sachverhalt aus der Lebenswirklichkeit der Zuhörer, um einen anderen Sachverhalt begreiflich zu machen, der dem Verständnis des Hörers sonst zu abgelegen wäre: Jesus erklärt das Unsichtbare, indem er es mit dem Sichtbaren vergleicht. Voraussetzung für das »funktionieren« dieses Prinzips ist es aber, daß der Zuhörer auch mit den Bezugspunkten des Vergleichs vertraut ist: Gleichnisse von Schafen, verlorenen Münzen, Bauvorhaben oder untreuen Verwaltern kann eben nur deuten, wer Schafe, Münzen, Korruption usw. auch tatsächlich kennt.
November 14th
»… männlich und weiblich erschuf er sie.«
Wie schon am 4. 11. angekündigt, ist Frl. Baer tatsächlich am Donnerstag zur Verfassungsrichterin gewählt worden. Homosexuellenportale jubeln, daß Deutschland nun die erste offen lesbische Verfassungsrichterin bekomme. Sie habe aus ihrer sexuellen Orientierung nie ein Geheimnis gemacht und lebt seit mehreren Jahren mit einer Berliner Ärztin zusammen. Ferner gilt sie als Vorkämpferin für Lesben- und Schwulenrechte. Sie ist Mitorganisatorin des »Feministischen Juristinnentages« und Redaktionsmitglied der feministischen Rechtszeitschrift »STREIT«. Der mit Steuergeldern des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte (sic!) »Feministische Juristinnentag« bezeichnet zum Beispiel in einer Resolution zur Reform des Transsexuellengesetzes gesellschaftliche Verhältnisse als »krank«, die »nicht über zwei Grundmodelle hinausdenken können« (womit die beiden »Grundmodelle« Mann und Weib gemeint sind). Ferner wird das Ziel formuliert, rechtliche und gesellschaftliche Verhältnisse zu schaffen, die diese Dualität männlicher und weiblicher Menschen hinter sich zurücklassen.
November 4th
Ursus ad portas
4. November 2010
Mit Susanne Baer haben SPD und Grüne eine Radikalfeministin und Genderfunktionärin als Verfassungsrichterin nominiert.
Das Bundesverfassungsgericht hat in den letzten Jahren zunehmend Gewicht erlangt, einerseits, weil Gesetze handwerklich oft so beschaffen sind, daß das Gericht nachträglich über ihre Rechtmäßigkeit befinden muß, andererseits, weil sich mit EU und Bundesrepublik zwei konkurrierende Rechtsräume überlagern, die nicht eindeutig voneinander abgegrenzt sind. So hat das Bundesverfassungsgericht viele Entscheidungen zu treffen, die unsere unmittelbare Lebenswirklichkeit sehr stark betreffen. Die Richter werden aber nicht direkt gewählt, sondern Nominierungen zur Besetzung freiwerdender Stellen werden unter den Parteien nach Proporz ausgehandelt und vom Wahlausschuß des Bundestages bestätigt. Heute in einer Woche tritt der Ausschuß zusammen. Ein Veto der Unionsparteien zur Verhinderung von Frau Baer ist zwar möglich, gilt bisher aber als unwahrscheinlich.
14. November 2010



