Sie befinden sich hierArchive - Jul 2009
Archive - Jul 2009
Juli 28th
Milchmädchenrechnung
27. Juli 2009
Die Herkunft des Begriffs »Milchmädchenrechnung« ist nicht endgültig geklärt. Als Ursprung wird vielfach die gereimte Fabel »Die Milchfrau« von Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 — 1803) angenommen, die wiederum auf die Dichtung »La Laitière et le Pot au Lait« (»Die Milchfrau und die Milchkanne«) des französischen Dichters Jean de La Fontaine (1621 — 1695) zurückgeht.

Juli 23rd
Selbstliebe — Tugend oder Irrweg?
22. Juli 2009
Dies aber wisse, daß in den letzten Tagen wilde Fristen sein werden. Denn die Menschen werden Selbstliebende sein, Silberbefreundete, Hochmütige, Übererscheinende, Lästerer, den Eltern Unfügsame, Gnadelose, Huldlose, Unspendende, Durcheinanderwerfer, Haltlose, Unzahme, keine Freunde des Guten, Verräter, Voreilige, Dünkelhaftgemachtwordene, Genußfreunde viel mehr als Gottesfreunde …. (2. Tim. 3, 1ff)

Juli 19th
Verdreht
18. Juli 2009
Eph. 5, 4: witzig oder gewitzt?
Ist Gott humorlos? Ich bezweifle das. Gelegentlich wird aber Eph. 5, 4 in diesem Sinne interpretiert. Da lesen wir (ab Vers 3): »Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht werde nicht einmal unter euch genannt, gleichwie es Heiligen geziemt; auch Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzelei, welche sich nicht geziemen, sondern vielmehr Danksagung.«
Ist dem geistlichen Menschen also jeder Witz von Vornherein untersagt? Das Wort »eutrapeleia«, das hier von den meisten Übersetzungen im Sinne von »Witzelei« wiedergegeben wird, setzt sich im Grundtext aus den Elementen »wohl« bzw. »gut« und »drehen« zusammen. Nun ist ein Begriff wie »wohldrehen« im Deutschen nicht ohne weiteres verständlich und auch andere biblische Vorkommen des Wortes können zur Begriffserklärung nicht herangezogen werden, da das Wort gerade nur an dieser einen Stelle vorkommt.
Juli 15th
Der Geier erinnert (II)
14. Juli 2009
Heute war Steuerzahlergedenktag.
Vom Jahresbeginn bis heute 8.42 Uhr hat der Durchschnittsdeutsche für den Fiskus gearbeitet, jetzt darf er bis zum Jahresende für den eigenen Unterhalt und den seiner Familie arbeiten. Dem Steuerzahlergedenktag liegen Berechnungen des Bundes der Steuerzahler zugrunde, die von einer Abgabenbelastung von durchschnittlich 53,3 Prozent (Steuern plus Sozialabgaben) ausgehen. Im Vorjahr lag der Steuerzahlergedenktag mit dem 8. Juli noch sechs Tage früher.
Bei der Einführung der Einkommenssteuer in Großbritannien soll die Queen sich noch darüber Gedanken gemacht haben, ob man mit 5% nicht die Grenze des Zumutbaren überschritten habe.
Juli 13th
Babylon 2.0 — der Papst forçiert eine Weltregierung.
12. Juli 2009
Sensibilisiert durch die Presseberichte darüber, daß der Papst in seiner neuesten Enzyklika »Caritas in Veritate« (Liebe in Wahrheit) die Einrichtung einer Weltregierung fordert, wollte ich nicht aus zweiter Hand kommentieren sondern habe mich tatsächlich der Mühe unterzogen, den ganzen Text zu lesen.
Das ist kein leichtes Unterfangen gewesen, denn die brisanten Textteile sind versteckt in einer unglaublichen Textwüste, die nicht nur durch ihre schiere Menge, sondern auch durch die Art der Diktion auf den Leser nicht gerade einladend wirkt. So schreibt niemand, der von den Menschenmassen, deren Interessen er in dem Text zu verteidigen vorgibt, auch wirklich verstanden werden will.
Neben einzelnen recht klaren Aussagen findet sich seitenweise Füllmaterial, das sich in einem sowohl-als-auch erschöpft, jedenfalls nicht gerade das, was dem Grundsatz »Euer Ja sei ein (verständliches, klares, belastbares) Ja und Euer Nein ein (ebensolches) Nein« (Mt. 5, 37) entspräche. So ist es streckenweise extrem mühselig, den inhaltlichen Kern der Enzyklika aus der dicken Schale von aussagearmen Labersätzen geradezu merkelschen Formats herauszuschälen:
Juli 8th
Starker Tobak
7. Juli 2009
EU subventioniert Massen(selbst)mord. Noch.
Ehrlich: Ich wollte heute nicht schon wieder was politisches schreiben, aber gerade lese ich, daß die EU-Agrarsubventionen für den Tabakanbau im nächsten Jahr auslaufen sollen. Das könnte das Ende für den Tabakanbau in Brandenburg bedeuten, also in einer Gegend, wo der originär subtropische Tabak nun einmal nicht so heimisch ist, daß es ihm einfallen würde, subventionslos besondere Wachstumsanstrengungen zu unternehmen. Mein Mitleid mit den Tabakbauern hält sich freilich in Grenzen. Wer vom Elend anderer Menschen lebt, sollte sich durchaus nach einem anderen Broterwerb umsehen — da kann auch die Strukturschwäche der Region nicht viel entschuldigen.
Juli 5th
Ehrenwerte Bürger
4. Juli 2009
Ein stellvertretender Schuldirektor und Dozent am Zentrum für Gesundheitspolitik der Duke-Universität mit einem eigenen, schönen Einfamilienhaus in familiärer Parksiedlung, die sich als »Paradies für Kinder« vorstellt, ein geprüfter Sozialarbeiter mit Masters Degree, der Forschungsarbeiten zu AIDS betreibt, der nicht vorbestraft ist, höchstens mal ein paar Strafzettel wegen geringfügiger Verkehrsdelikte kassiert hat, kurz und gut — eine echte Stütze der Gesellschaft — muß man da nicht einfach ja sagen, wenn solch ein unbescholtener Bürger Kinder adoptieren will?
Auch dann, wenn er in diesem wunderschönen Haus mit einem anderen Mann zusammenlebt?
Frank M. Lombard wurde Ende Juni in Durham, North Carolina verhaftet, weil er einen 5jährigen Jungen, eines seiner beiden Adoptivkinder, mehrfach sexuell mißbraucht und auch im Internet anderen Kinderschändern angeboten hat. Glücklicherweise war er an einen verdeckten Ermittler geraten. Sein Lebenspartner, der auch an der Universität arbeitet, ist (bisher?) nicht angeklagt.
Lombard hatte dem Ermittler im chat erzählt, daß der das Adoptivkind selbst mißbraucht und dies auch anderen erlaubt habe. Er erklärte, daß dies leichter sei, wenn das Kind zu jung wäre zu sprechen oder zu verstehen, was vorgeht, daß er es aber auch während des Mißbrauchs mit Benadryl ruhiggestellt habe.



