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März 24th, 2010

Citat des Tages XIV

24. März 2010

 


Scheidung ist Aggression gegen Kinder

 

Weil Scheidungen für die Kinder etwas sehr Schmerzliches sind, gibt es unter Eltern so etwas wie Selbsttäuschung, weil sie ihre Kinder eben nicht verletzt sehen wollen. Ihre Selbsttäuschung betrifft das, was sie den Kindern antun. Deshalb wird am nachdrücklichsten beschwiegen, dass Scheidungen eine von den Eltern gegen die Kinder gerichtete Form der Aggressivität darstellen. Diese Form der Aggressivität wird verleugnet. Deshalb sprechen Geschiedene nicht darüber und auch kein Ratgeber weist sie darauf hin. Je höher die Scheidungsziffern klettern, um so mehr greift diese Aggression um sich. Das Schweigen darüber ist ein Indiz für ihre Brisanz. [...] Zwar reden wir mit unseren Kindern über aktuelle Katastrophen, über den 11. September oder den Hunger in Teilen der Welt. Wir versuchen Kinder vor der Verstrahlung durch Atomkraftwerke, vor den Folgen genetisch veränderter Lebensmittel, Risiken des Straßenverkehrs, vor Pädophilie und dem Missbrauch durch Fremde und nahe stehende Menschen zu beschützen. Aber niemand kommt auf den Gedanken, die Scheidungen von Eltern als vergleichbares oder gar schlimmeres Unglück zu benennen.

Gerhard Amendt: Väterlichkeit, Scheidung und Geschlechterkampf, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B19/2004, S. 22 — 23.

 

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März 21st

»Alles nur Theater«: Bischöfinnendarstellerinnen

21. März 2010

 

Jetzt, wo Frau Käßmann etwas in den Hintergrund getreten ist, scheint Frau Junkermann, Landes»bischöfin« der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, sie würdig zu vertreten. So sprach sie am Donnerstag vor der Synode in Bad Sulza zum Thema »Ein geselliger Gott freut sich an einer geselligen Kirche«. Oha. Laut Pressetext »wirbt Junkermann für eine offene Kirche, ›die bereit ist, aus (einer) geschlossenen oder geschlossen wirkenden Gemeinschaft herauszugehen‹. Die ›Kirche für andere‹ müsse weiterentwickelt werden zu einer ›Kirche mit anderen‹. Dabei gelte es, von den Menschen her zu denken und dem nachzugehen, was sie brauchen, nicht von dem her, was ›meine Botschaft‹ ist. Kirche dürfe und solle aus sich herausgehen und ›kein Verein von untereinander Gleichgesinnten sein‹: ›Geselligkeit braucht Vielfalt …‹«

März 20th

Citat des Tages XIII: Unter Beschuß

20. März 2010

 

Marc Lindemann, ehemaliger Bundeswehrsoldat in Afghanistan, schreibt in seinem Buch »Unter Beschuß« darüber, was der Raketenbeschuß in Afghanistan bei den beschossenen Soldaten auf Dauer bewirkt hat und vergleicht dies mit der Situation um Sderot. (Wer es noch nicht anderswo gelesen hat: Gerade letzte Woche ist in Israel ein Gastarbeiter durch eine Rakete aus dem Gaza-Streifen getötet worden, und während Frau Merkel, wie schon erwähnt, sich zwar darüber echauffiert, wenn Israelis in ihrer eigenen Hauptstadt Wohnungen bauen, ohne sie oder ihre Freundin Hillary vorher um Erlaubnis zu fragen, habe ich zu diesem neuerlichen Terrorangriff von ihr nichts vernommen.)

Aber kommen wir zum Citat:

März 17th

kleine Zeitungsschau

17. März 2010

 

In der F.A.Z. erklärt Prof. Gunnar Heinsohn, warum mehr Geld in der Sozialhilfe nicht weniger, sondern mehr Armut bewirkt und analysiert schonungslos, wie schlimm es wirklich um Deutschland steht:

 Von 100 Kindern, die Deutschland benötigt, … werden 35 gar nicht erst geboren. Statt der 2,1 Kinder je Frauenleben, die für eine demographische Stabilisierung nötig wären, kommen nur knapp 1,4. Von den 65 Kindern, die auf die Welt kommen …, gelten später 15 als nicht ausbildungsreif. Unter den Lehrstellenbewerbern waren fast die Hälfte nicht ausbildungsfähig, …. Von den 50 befähigten Kindern verlassen 10 das Land und suchen als Auswanderer anderswo ihr Glück. Es stehen mithin gerade mal 40 der erforderlichen 100 Nachwuchskräfte zur Verfügung. Die Bedrohung für die Wirtschaft, den Sozialstaat, das Gemeinwesen insgesamt wird als so groß empfunden, dass es unter den Demographen kaum einen gibt, der dem Land noch Hoffnungen macht. 

März 14th

Citat des Tages XII

14. März 2010

 

 

 

»Einige Christen, übrigens sehr ehrenwerte, fürchten sich vor jeder Art der Öffentlichkeit, wenn es um die Schandflecken der Gemeinde geht und sie scheinen sogar eher bereit zu sein, den zu verurteilen, der sie ans Licht bringt, als denjenigen, der sie tut .... Wäre der christlicher, der sich um dieser Welt willen durch die Übel des Volkes Gottes betrüben ließe und der mehr Sorgfalt aufbringt sie zu vertuschen, als sie zu heilen? Was denn! … Es genügte, mit einem Schafsfell bekleidet zu sein um ungestraft die Herde des Herrn zu verwüsten! Und wenn jemand Alarm schlagen und ›Vorsicht; Wolf!‹ rufen wollte, würde man ihm auferlegen zu schweigen, und nähme ihn möglicherweise selbst unter Beschuß, während der wirkliche Feind seine Plünderung frei fortsetzte! Könnte man das Weisheit oder Nächstenliebe nennen oder gar Gerechtigkeit?

März 10th

Muß Israel einen Präventivschlag gegen den Iran führen?

10. März 2010 

Nachdem schon am Sonntag ein ehemaliger israelischer Regierungsberater, Raanan Levy aus Rehovot, bei einem Israel-Abend in Korntal die Überzeugung geäußert hat, daß Israel innerhalb der nächsten zwei Jahre genötigt sein würde, die iranische Nuklearanlagen in einem Präventivschlag zu zerstören, erinnert der gestrige Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland mit einem H’Aretz-Artikel von Yoel Marcus an die Zerstörung des irakischen Atomreaktors Osirak durch Israel 1981 und an die Zerstörung eines syrischen Reaktors 2007. Auch hier wird ein Schlag gegen den Iran als »unvermeidlich« bezeichnet, um die Vernichtung Israels mit Nuclearwaffen abzuwenden.

Es sei dahingestellt, ob dies ein zufälliges Zusammentreffen von unabhängigen Äußerungen ist, ob Israel einen bereits geplanten Militärschlag gezielt publizistisch vorbereitet oder ob das öffentliche Nachdenken über einen Präventivschlag die diplomatische Zielsetzung hat, den Iran zum Einlenken zu bewegen. Fakt ist: Europäer und Amerikaner lassen Israel im Moment im Stich, wenn es darum geht, die atomare Bewaffnung Irans zu verhindern und lassen sich auf die Regeln Achmadinedshads ein, der auf Zeit spielt.

Über Levys Vortrag schreibt Idea:

März 7th

Das System Absalom

8. März 2010

 

Die Geschichte Absaloms wird Bibellesern ein Begriff sein; ich fasse hier nur kurz zusammen, was für das Verständnis des »Systems Absalom« wichtig ist; die ganze Geschichte kann im Zusammenhang in 2. Samuel 13 — 18 nachgelesen werden.

Absalom, Sohn Dawids, war sehr von sich selbst eingenommen. Schön und intelligent, war er der Meinung, ein besserer König sein zu können als sein Vater. Er war ein durchtriebener Stratege. Ganze zwei Jahre hatte er die Rache an seinem Halbbruder Amnon geplant, um dann mit einer List zuzuschlagen. Seine Lynchjustiz zwang ihn zwar zur Flucht, aber planvoll und rücksichtslos betrieb er seine Rückkehr nach Jerusalem. Und ebenso sorgfältig plante er auch die Übernahme des Throns:

März 5th

Citat des Tages XI

Nachtrag 19. März:


Die T-Shirt-Aktion ist nun abgeschlossen. Wegen der großen Nachfrage habe ich die vorgesehene Menge verdoppelt, für alle reicht es trotzdem nicht. Es werden keine Gewinner veröffentlicht (aus Datenschutzgründen) und keine Benachrichtigungen versandt (aus Aufwandsgründen). Die Shirts gehen nächste Woche in die Produktion, also entweder man hat innerhalb der nächsten zwei Wochen eins erhalten oder man war eben nicht mit bei den Gewinnern. Danke für das große Interesse.

 

Nachbemerkung: Von den T-Shirts, die ich zusätzlich zu den versprochenen sechsen ’rausschicke, können einige statt graphitgrau schwarz sein.

 

 

 

 

5. März 2010

 

Manchmal schreibt man sich die Finger wund, um umständlich einen Sachverhalt zu erklären, und manchmal ist es jemandem geschenkt, einen einfachen Satz zu schreiben, und man hat es gleich verstanden: 

 

»Auch wenn sich beides zum verwechseln ähnlich sieht, die Wirkung ist eine völlig andere:

Wir sind das Salz der Erde — nicht der Zucker!«

März 3rd

Nechustan — Kreuz oder Pfahl?

3. März 2010

 

 

Mein ikonoklastischer Artikel »Bild des Unsichtbaren« zu Kol. 1, 15 hat einen Leser zu der Frage veranlaßt:

»Wie stehst du dazu, daß das Kreuz als Zeichen für das Christentum in allen Denominationen gilt? Ist ein Aufhängen eine Kreuzes oder ein Kreuz auf dem Gipfel eines Berges auch Götzendienst? … Die Frage ist doch vielmehr, ob ich ein Kreuz … als Amulett oder Glücksbringer trage oder lediglich als Symbol. Falls ein Kreuz auch in seinem symbolischen Aspekt nicht tolerierbar ist müsste dieses eigentlich überall verschwinden.«

Zur Antwort nachfolgend ein älterer Artikel, der bisher nicht hier erschienen war:

 


März 1st

Steine schmeißen?

1. März 2010

Nein, ich mag diesen Unsinn wirklich nicht mehr hören: Nachdem die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende betrunken eine rote Ampel überfahren hatte, erlebte der Satz »Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein« eine unglaubliche Konjunktur. Kaum ein Feuilletonist, Kommentator oder Leserbriefschreiber, der nicht auch seine vermeintliche Bibelkenntnis ausstellen wollte und meinte, ohne diesen Satz auskommen zu können. Nicht einmal im »Spiegel« fehlt er, dem ja nun nicht gerade der Ruf geistlicher Sensibilität vorauseilt.

Rückblick 1. Lesertreffen

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