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Archive - Jul 28, 2010


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Der große Selbstbetrug

28. Juli 2010

 

Über Liebe, Gesetz, Gnade, Glaube, Treue und Werke

 

Protestanten denken mitunter mit etwas Häme an das katholische Beichtsystem, das von etlichen Katholiken derart verstanden wird, daß sie »fröhlich sündigen« könnten, dies anschließend beichten und hernach munter weitermachen wie zuvor. Dies ist natürlich eine absurde Haltung, weil die Voraussetzung für eine gültige Vergebung ein Sinneswandel ist, und der erfordert nun einmal ein bewußtes, zielgerichtetes Aufgeben der Verfehlung.

Grund zur Häme haben die Protstanten trotzdem nicht, denn das Rechtfertigungssystem, das sie stattdessen errichtet haben, ist in seinen geistlichen Auswirkungen kaum besser. Überspitzt gesagt, ist an die Stelle der regelmäßigen Beichte die einmalige Bekehrung (wenn nicht gar, wie bei einigen Kirchen, die Säuglings»taufe«) getreten: Wer irgendwann ein »Übergabegebet« gesprochen hat (oder eben als Säugling besprengt wurde) und fürderhin unauffällig irgendwelche Gemeindeversammlungen besucht, gilt als gerettet. Wenn es gewisse Fortschritte in seiner Lebensführung gibt, wird dies sicher begrüßt; konkrete Forderungen werden jedoch in der Regel nicht gestellt, um den Vorwurf der Gesetzlichkeit zu vermeiden.

Zielgebung [Glossar]

Zielgebung

 

Zielgebung: hebr. »Torah« (תֹּורָה); Das Wort wird meist mit »Gesetz« übersetzt, leitet sich aber von »jarah« (zielen) ab. Das Wort Zielgebung verdeutlicht, daß nicht die starre Befolgung einer Verordnung, sondern das Erreichen eines Zieles Gottes Anliegen mit uns ist. Die Wiedergabe von »Torah« mit dem Wort »Gesetz« verbietet sich auch deshalb, weil es dann nicht mehr von »Choq« (Gesetz) und »Chuqah« (Satzung) zu unterscheiden ist.
Dem hebräischen »Torah« entspricht das griechische »Äntole« (Innenziel), das man also als eine in uns hineingegebene Zielgebung verstehen darf.

Dieser Gedanke wird fortgeführt mit dem neutestamentlichen Wort »Paraptoma« (Danebenfall), das meist mit »Sünde« übersetzt wird. Es wird durch die biblische Begrifflichkeit deutlich, daß ein Danebenfall ein Nichterreichen der Zielvorgabe, ein Herausfallen aus der göttlichen Ordnung bedeutet (man stelle sich bildhaft einen Pfeil vor, der, abgeschossen, das Ziel verfehlt und also danebenfällt).

 


 

 

 

Dieser Artikel ist Bestandteil des Glossars.

 

 

 

Rückblick 1. Lesertreffen

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