… angesichts dieses großen Getümmels
16. August 2009
Auf dem abgebildeten Hamas-Plakat wird ein »Palästina vom Meer bis zum Fluß« gefordert, womit gemeint ist, daß Israel gefälligst von der Landkarte zu verschwinden habe, um einem islamistischen Gottesstaat von der Maas bis an die Memel — ach nein, soweit ist es doch noch nicht — sondern erst einmal vom Mittelmeer bis zum Jordan Platz zu machen. Und es besteht kaum Zweifel: Wenn sich Araber und Perser, Sunniten und Schiiten einig wären, hätten sie ihr Ziel, die Vernichtung Israels und die Ausrottung aller greifbaren Juden, schon lange erreicht.
Bayern: Staatsraison vor Kindeswohl
12. August 2009
Die Bayerische Staatsregierung ist eingeknickt und hat ihre Verfassungsklage gegen die Stiefkindadoption für Homosexuelle (Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz) zurückgezogen. Ursprünglich hatten die Bayern ihre Klage gegen das Gesetz von 2005 damit begründet, daß diese Art der Adoption der Natürlichkeit widerspreche, dem Wohlergehen des Kindes schade und daß das elterliche Erziehungsrecht gemäß Artikel 6 des Grundgesetzes nur Vater und Mutter zustehe, nicht aber zwei Personen gleichen Geschlechts. Nachdem die CSU in Bayern aber seit letztem Jahr nicht mehr allein regiert, sondern auf die FDP als Coalitionspartner angewiesen ist, scheint das nicht mehr gelten zu sollen.
Die FDP hat auch angekündigt, im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl das Adoptionsrecht für Homosexuelle weiter auszubauen.
Wie schon in der Abtreibungsdiskussion ist es einer lautstarken Lobby gelungen, die Rechte der eigentlich und unmittelbar Betroffenen — nämlich der Kinder — nahezu völlig aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen. Stattdessen werden die vermeintlichen Ansprüche der mittelbar Beteiligten (der homosexuellen Adoptionswilligen bzw. der Abtreibenden) diskutiert und als das eigentlich schützenswerte Rechtsgut dargestellt — eine obszöne Verdrehung. Die Klage der Bayerischen Regierung war eine der wenigen Bestrebungen seitens einer der etablierten Parteien, das Kindeswohl in der öffentlichen Diskussion nicht völlig untergehen zu lassen.
Rien ne va plus.
11. August 2009
Link des Tages: Ich hatte ja schon am 18. Juli angezweifelt, daß Gott humorlos sei; ein weiteres Indiz dafür, daß er einem soliden Spaß nicht abgeneigt ist, findet sich, als Hülya Özkan im ZDF gerade mal so richtig über die christlichen Fundamentalisten herziehen will.
Idea berichtet, daß das ZDF in das Studio, in dem die technische Panne passierte, gerade erst 30 Millionen € an Gebührengeldern investiert habe:
Unter Wölfen
10. August 2009
In den ersten Bundesländern gehen tatsächlich die Ferien schon wieder zu Ende, und das bedeutet auch für viele (zumeist) Sechsjährige: Schulanfang. Für einige von diesen bedeutet das auch: Schulanfängergottesdienste. Was unterscheidet nun einen solchen Schulanfängergottesdienst von den Einschulungsfeierlichkeiten der Schule? Daß all die guten Wünsche als Gebet umformuliert werden und in der Zuckertüte irgendwo ein WWJD-Armbändchen oder sonstiger Devotionalienkitsch von Uljö oder Kawohl unter Gummibärchen und Schokolade verbaggert ist? Tatsächlich kann man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, als gäbe es keine unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte. Schulterklopfen und Freude allenthalben, dabei steht auch der Schulanfang zunehmend unter dem Wort: »Gehet weg; gewahret! Ich schicke euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.« (Luk. 10, 3) Wieviele Schulanfänger (und wieviele Eltern) sind aber darauf vorbereitet?
Dazu paßt, daß das Bundesverfassungsgericht die Elternrechte gerade wieder zugunsten der Schulrechte eingeschränkt hat.
Onkel Youngs »Hütte«
8. August 2009
»… ein Gemisch von sehr richtigen und biblischen Wahrheiten wie auch von absolut gotteslästerlichen Vorstellungen …«
Man muß sich ja nun nicht in jedem Misthaufen wälzen, um festzustellen, daß dieser stinkt. Allein, was ich in den letzten Wochen über William Paul Youngs Roman »Die Hütte« gelesen habe, hat eigentlich ausgereicht, um zu beschließen, daß ich dieses Buch nicht lesen möchte. Man erinnere sich: Ich habe schon an der Enzyklika des Papstes genug gelitten. Nun kann man aber schlecht ein Buch rezensieren, das man nicht selbst gelesen hat. Und da so außerordentlich viele Christen diesem blasphemischen Schinken so viel abzugewinnen scheinen, wollte ich es auch nicht völlig ignorieren. Was also tun? Vor dem Hintergrund, daß ausgewählte Geiernotizen inzwischen regelmäßig in den Ekklesia-Nachrichten erscheinen (einige übrigens auch in der KOMM!), gestatte ich mir heute mal, einfach einen Link auf die Rezension von Wolfgang Bühne zu setzen, die in den Ekklesia-Nachrichten erschienen ist. Wohl bekomm’s!
Spiel mit dem (Lager)feuer
2. August 2009
Sommerzeit ist für viele Heranwachsende auch die Zeit für Lagerfeuerromantik, und während die einen T-Shirts batiken, bogenschießen, über offenem Feuer kochen — und das Höchstmaß vorstellbarer Militanz seine Grenze in einer zünftigen Wasserschlacht findet, gibt es andernorts ganz andere pädagogische Konzepte: So berichtet die Jerusalem Post davon, daß in Gaza Kinder in Sommerlagern der Hamas die Entführung Gilad Shalits nachgespielt und während einer Veranstaltung aufgeführt haben. Immerhin 120.000 Kinder sollen solche Camps besuchen, die von der Hamas veranstaltet werden, wobei sie schon einmal mit Spielzeugwaffen auf das Leben vorbereitet werden und den ersten paramilitärischen Drill abbekommen.
Milchmädchenrechnung
27. Juli 2009
Die Herkunft des Begriffs »Milchmädchenrechnung« ist nicht endgültig geklärt. Als Ursprung wird vielfach die gereimte Fabel »Die Milchfrau« von Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 — 1803) angenommen, die wiederum auf die Dichtung »La Laitière et le Pot au Lait« (»Die Milchfrau und die Milchkanne«) des französischen Dichters Jean de La Fontaine (1621 — 1695) zurückgeht.

Selbstliebe — Tugend oder Irrweg?
22. Juli 2009
Dies aber wisse, daß in den letzten Tagen wilde Fristen sein werden. Denn die Menschen werden Selbstliebende sein, Silberbefreundete, Hochmütige, Übererscheinende, Lästerer, den Eltern Unfügsame, Gnadelose, Huldlose, Unspendende, Durcheinanderwerfer, Haltlose, Unzahme, keine Freunde des Guten, Verräter, Voreilige, Dünkelhaftgemachtwordene, Genußfreunde viel mehr als Gottesfreunde …. (2. Tim. 3, 1ff)
Verdreht
18. Juli 2009
Eph. 5, 4: witzig oder gewitzt?
Ist Gott humorlos? Ich bezweifle das. Gelegentlich wird aber Eph. 5, 4 in diesem Sinne interpretiert. Da lesen wir (ab Vers 3): »Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht werde nicht einmal unter euch genannt, gleichwie es Heiligen geziemt; auch Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzelei, welche sich nicht geziemen, sondern vielmehr Danksagung.«
Ist dem geistlichen Menschen also jeder Witz von Vornherein untersagt? Das Wort »eutrapeleia«, das hier von den meisten Übersetzungen im Sinne von »Witzelei« wiedergegeben wird, setzt sich im Grundtext aus den Elementen »wohl« bzw. »gut« und »drehen« zusammen. Nun ist ein Begriff wie »wohldrehen« im Deutschen nicht ohne weiteres verständlich und auch andere biblische Vorkommen des Wortes können zur Begriffserklärung nicht herangezogen werden, da das Wort gerade nur an dieser einen Stelle vorkommt.
Der Geier erinnert (II)
14. Juli 2009
Heute war Steuerzahlergedenktag.
Vom Jahresbeginn bis heute 8.42 Uhr hat der Durchschnittsdeutsche für den Fiskus gearbeitet, jetzt darf er bis zum Jahresende für den eigenen Unterhalt und den seiner Familie arbeiten. Dem Steuerzahlergedenktag liegen Berechnungen des Bundes der Steuerzahler zugrunde, die von einer Abgabenbelastung von durchschnittlich 53,3 Prozent (Steuern plus Sozialabgaben) ausgehen. Im Vorjahr lag der Steuerzahlergedenktag mit dem 8. Juli noch sechs Tage früher.
Bei der Einführung der Einkommenssteuer in Großbritannien soll die Queen sich noch darüber Gedanken gemacht haben, ob man mit 5% nicht die Grenze des Zumutbaren überschritten habe.



