Sie befinden sich hierArchive - Feb 2013 - Artikel
Archive - Feb 2013 - Artikel
Februar 21st
Hüter des Unkrauts
20. Februar 2013
Das evangelische Nachrichtenmagazin idea Spektrum äußert sich in letzter Zeit auffallend häufig auffallend freundlich zum Katholizismus und hat es sich auch nicht nehmen lassen, den scheidenden Papst mit »10 großen Worten« aus seiner Amtszeit zu feiern. Unter anderem eines aus dem Jahr 2005:
»An der Kirche kann man sehr viel Kritik üben. Wir wissen es, und der Herr hat es uns gesagt: Sie ist ein Netz mit guten und schlechten Fischen, ein Acker mit Weizen und Unkraut.«
Der Herr hat gesagt? Moment mal, was bitte hat Jesus denn wirklich gesagt?
Februar 16th
Geierismen XII: Über gesetzeskonforme Gesetzlosigkeit
16. Februar 2013
Die schlimmsten Frevler, die mir begegnen, können sich für ihr Tun auf geltende Gesetze berufen.
Februar 10th
Anorexia nervosa
10. Februar 2013
Als erstes Land der Welt hat Israel im Januar gesetzlich verboten, daß Bilder von sogenannten Magermodels veröffentlicht werden. Die Grenze wurde dabei mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 so angesetzt, daß auch viele gesunde, normalgewichtige Models jetzt praktisch Berufsverbot in Israel haben.
Dem Vernehmen nach wollte die israelische Regierung nicht mehr jedesmal beim Aufschlagen einer Modezeitschrift daran erinnert werden, daß die Silhouette des Landes auch so lebensbedrohlich abgemagert aussieht wie ein anorektisches Model, seit der größte Teil des biblischen Kernlandes durch die Land-für-Frieden-Politik den Arabern überlassen wurde.
Februar 9th
Vergessenes Lehrstück: Die »Lateinische Münzunion«
9. Februar 2013
Aus der Geschichte kann man lernen, daß der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Während viele Europäer heute die Frage nach der künftigen Stabilität des europäischen Währungsverbundes umtreibt, ist beinahe völlig aus dem Blick geraten, daß mit dem Euro ja durchaus nicht die erste neuzeitliche Währungsunion in Europa begründet wurde. Schon ab 1865 hatte es mit der »Union monétaire latine« eine Währungsunion gegeben, die mit Frankreich, Belgien, Italien, der Schweiz und Griechenland einen großen Bereich des europäischen Festlandes vereinigte. Großbritannien und Preußen blieben auf Distanz: Daß hier Länder einerseits in einer Währungsunion zusammenfanden, die andererseits weiterhin durch eigene Zentralbanken die Geldmenge jeweils souverän steuern konnten, war ein gewagtes Konstrukt, dem sie wenig abgewinnen konnten. Trotzdem übernahm nach und nach ein knappes Dutzend weiterer Länder faktisch den Standard der Union, ohne dem Vertrag förmlich beizutreten. Dies war möglich, weil die Währungen der teilnehmenden Länder ihre historischen Bezeichnungen beibehielten; sie waren jedoch durch einen normierten Gold- bzw. Silbergehalt der Münzen wertgleich und damit frei tauschbar. Sogar Belgisch-Kongo war zeitweise offizielles Mitglied.
Erstaunlich ist, daß die Lateinische Münzunion heute so wenig öffentliche Beachtung findet, gibt es bei aller Unterschiedlichkeit doch interessante und lehrreiche Parallelen zur derzeitigen europäischen Währungsgemeinschaft.




