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Archive - 2011 - Artikel
Geschenke …
1. Dezember 2011
Ich hab’ was gegen Weihnachten? Ja — Geschenke: Aufgrund des regen Interesses an meinem Weihnachtsartikel von letzter Woche gibt es jetzt Geschenke mit Bezug auf Weihnachten, die aber nun gerade keine Weihnachtsgeschenke sind.
Erstens habe ich eine .pdf-Version des Artikels erstellt, die jetzt als 16seitige Broschur hier heruntergeladen werden kann.
Zweitens kann die Broschur als gedrucktes Heft über das Kontaktformular angefordert werden. Bitte Versandanschrift angeben und die gewünschte Stückzahl.
November 22nd
»… das Blöken von Kleinvieh in meinen Ohren« oder: »Rühret Gebanntes nicht an!«
23. November 2011
»Bald nun ist Weihnachtszeit …« Zwar ist Weihnachten ja nun bei weitem nicht das einzige heidnische Fest, das von der babylonischen Kirche »umgechristelt« wurde, aber ganz bestimmt das populärste. Unstrittig dürfte sein, daß die Brüder in den ersten Jahrhunderten nicht auf den Gedanken gekommen wären, ein Fest wie Weihnachten zu feiern; unstrittig fernerhin, daß etwa im dritten bis vierten Jahrhundert den Wintersonnenwendfeiern des Mithras und den Saturnalien nachträglich eine »christliche« Bedeutung untergeschoben wurde und — zusammen mit weiteren Umdeutungen und Vermischungen — jene konstantinische Mischreligion aus Heidentum und christlichen Versatzstücken gebastelt wurde, die heute von den meisten Nicht- und Nominalchristen als »Christentum« wahrgenommen wird.
Eines der Hauptmotive Konstantins für die Integration heidnischer Kulte in seine Privatversion des »Christentums« war sein Antisemitismus. Eusebius citiert ihn in »De vita Constantini« (hier in Bezug auf das Osterfest) mit den Worten:
Denn es erschien jedem eine äußerst unwürdige Tatsache, daß wir in diesem äußerst heiligen Fest den Gewohnheiten der Juden folgen sollten, welche — verdorbene Schufte! — ihre Hände befleckt haben mit einem ruchlosen Verbrechen. Es ist nur gerecht, daß sie in ihrem Sinn erblindet sind. Es ist daher passend, wenn wir die Praktiken dieses Volkes zurückweisen und in alle Zukunft das Begehen dieses Festes auf eine legitimere Art feiern. Laßt uns also nichts gemeinsam haben mit dem äußerst feindlichen Pöbel der Juden.
Konstantin hat also diese Art »Christentum« ganz bewußt von der Wurzel Israel abgeschnitten (und damit natürlich auch von Christos), weil er sich von den Juden abgrenzen wollte, und hat mit dem Katholizismus eine eigene Religion geschmiedet — in etwa so wie die Baháʼí, die sich ja auch aus allen möglichen Religionen Elemente herausgeschnitten haben, und die trotzdem niemand als Christen bezeichnen würde, nur weil sich auch das eine oder andere dem Christentum entlehnte Element bei ihnen findet.
November 9th
Schöner sterben: Käßmann sucht den Supersarg
9. November 2011
Die femme fatale des deutschen Luthertums ist doch immer wieder für eine Notiz gut. Diesmal wenigstens verhält sie sich ganz und gar schriftkonform, nämlich gemäß dem Wort aus Mt. 8, 22: »Laß die (geistlich) toten ihre Toten begraben«. Und so hat sich Frau Käßmann um den deutschen Totenkult verdient gemacht, indem sie als Jurymitglied für ein Bestattungsunternehmen die schönsten Särge, die schönsten Urnen, die schönsten Grabsteine und die schönsten Friedhöfe Deutschlands ausgesucht hat.
Ihr Maßstab: Individualität über den Tod hinaus, insceniert zum Beispiel mit dem Siegersarg, dem C 101 der Freiburger Manufaktur Cascada, einem Gerät, schwarz und schön wie ein Konzertflügel, mit gegossenen und vernickelten Beschlägen und 210 funkelnden Swarovski-Kristallen verziert. Den 211. gibt es extra dazu: Zur Erinnerung daran, daß man etwa vier- bis sechstausend Euro dafür erlegt hat, ein paar hundert von diesen Kristallen in die Erde versenken zu dürfen.
Photo: © cascada design | manufactur
Abbildung mit freundlicher Genehmigung
November 6th
Star-Allüren: Murmuration
6. November 2011
Zwei junge Mädchen bei einem Bootsausflug machen Filmaufnahmen von überschaubarer Relevanz, da plötzlich gerät ihnen ein außerordentliches Naturschauspiel vor die Linse: Eine sogenannte Murmuration, ein Phänomen, welches das Schwarmverhalten von Vögeln bezeichnet, die in großer Dynamik beeindruckende Figuren bilden, die den Schwarm wie einen einzigen großen Organismus erscheinen lassen. Wohl gibt es Untersuchungen zu diesem Phänomen, aber wissenschaftlich verstanden ist es bisher nicht. Das Verhalten dient wohl der Verwirrung von Freßfeinden, so daß auf diese Weise ein möglichst großer Teil des Schwarmes überlebt. Das Interessante ist jedoch die Frage nach der Steuerung des ganzen, denn der einzelne Star kann ja eigentlich keinerlei Einfluß auf die Flugbewegungen der anderen Vögel nehmen, auch Kommunikation zwischen den Staren ist bei dieser Geschwindigkeit nur schwer vorzustellen, trotzdem ergibt sich auf geheimnisvolle Art ein gemeinsames Handeln, das in dem scheinbarem Chaos eine höhere Ordnung erkennen läßt. Auch bei Fischschwärmen gibt es ähnliche Phänomene.
Es wird sicher spannend, in kommenden Zeitaltern die Ordnungen zu verstehen, die dem scheinbar chaotischen, erratischen und widersprüchlichen Handeln der einzelnen Menschen zugrundeliegen, die doch am Ende einem Ziel (Eph. 1, 10) zusteuern müssen.
Heute in der Reihe »Schöpfungswunder« — Murmuration:
November 2nd
Der Bock gärtnert wieder.
2. November 2011
Nachdem der Papst vor über zwei Jahren laut über die Errichtung einer Weltdiktatur nachgedacht hatte, hört man jetzt aus dem Vatikan das Begehr nach einer zentralen Weltbank und einer globalen Finanzaufsichtsbehörde — also nach der Errichtung des wirtschaftlichen Segmentes dieser internationalen Herrschaftsstruktur. Erhoben wurde diese Forderung vom »Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden« in dem Vierzigseiter »Für eine Reform des internationalen Finanz- und Währungssystems im Hinblick auf eine öffentliche Autorität von universaler Kompetenz« vom 25. Oktober. Diese Weltzentralbank soll »den Fluß und das System des Währungstauschs regeln«, also in der Konsequenz alle Geld- und Warenströme kontrollieren. Es wird in dem Dokument klargestellt, daß eine solche Weltwirtschaftsregierung nur ein Schritt auf dem Weg zu einer universalen Weltregierung sei: »In einer Welt der schnell voranschreitenden Globalisierung ist eine Weltautorität der einzig angemessene Bezugspunkt, der den neuen Gegebenheiten unserer Zeit und den Bedürfnissen der menschlichen Spezies gerecht wird.«
Oktober 31st
Citat des Tages XLIV
31. Oktober 2011
Zahllose Gläubige leben in einer theoretischen Wertschätzung und praktischen Mißachtung des Wortes Gottes, aber nur wenige leiden wirklich unter diesem Widerspruch. Viele haben sich ganz an diesen Widerspruch gewöhnt; sie lassen das Wort stehen, aber sie lassen auch ihr oberflächliches Leben stehen …
Fritz Binde (1867 — 1921)
gefunden bei Distomos
Oktober 25th
Alle Jahre wieder: Herbst.
25. Oktober 2011
Wie schon im letzten und vorletzten Jahr: Im Herbst muß damit gerechnet werden, daß es zwar viele bunte Blätter, aber weniger Geiernotizen gibt, weil Geiers Kunden nach mehr Aufmerksamkeit verlangen. Und die sollen sie haben, denn das hat auch sein gutes: Schließlich sollen auch künftig die Leser der Geiernotizen weder mit Werbung noch mit Spendenaufrufen behelligt werden — aus Prinzip nicht.
Der versprochene Teil III der Artikelreihe »Die Beseitigung der Fundamente« ist übrigens nicht in Vergessenheit geraten, braucht aber auch noch etwas Zeit. Möglicherweise dauert auch die Beantwortung von Nachrichten und Anfragen derzeit etwas länger.
Photo: © Geier
Oktober 23rd
Aus aktuellem Anlaß …
22. Oktober 2011
Aus aktuellem Anlaß weise ich noch einmal auf die Geiernotiz vom 28. Februar hin. Das geschieht ganz ohne Häme, hilft aber vielleicht, einen Teilaspekt des geistlichen Hintergrundes der libyschen Geschehnisse verständlich zu machen.
Nachtrag: Informationen zu Gaddafis glühendem Antisemitismus finden sich bei »Spirt of Entebbe« bzw. in der Wikipedia. Gaddafi hatte für ein »judenreines« Libyen gesorgt und hat immer wieder viel Geld und Aufwand investiert, um seinem Ziel der völligen Vernichtung Israels näherzukommen.
Oktober 18th
Einer für Tausend
18. Oktober 2011
Gilad Shalit ist frei. Heute wurde er gegen über tausend arabische Gefangene Israels ausgetauscht. Die Israelis sind sich uneins, ob sie dies gut finden sollen oder nicht: Einerseits begrüßen sie, daß der Staat alle denkbaren Hebel in Bewegung setzt, um gefangene israelische Soldaten freizubekommen. Andererseits wissen sie, daß unter den jetzt freigelassenen Arabern etliche tickende Zeitbomben sind: Terroristen, die schon während ihrer Haft offen zugegeben haben, daß sie im Falle einer Freilassung wieder Israelis ermorden wollen. Eine Kriminologin, die sich intensiv mit den Häftlingen befaßt hat, rechnet mit einer Rückfallquote von 60 Prozent. Außerdem könnte der Erfolg der Erpressung die Hamas dazu bewegen, wieder Israelis zu entführen, um weitere Gefangene freizupressen. Shalit ist also wieder in Israel, aber durchaus nicht zu beneiden: Wenn die Freigelassenen wieder morden oder wenn die Hamas wieder Israelis entführt, weil sie davon ausgeht, daß Israel erpreßbar ist, dann wird der Vorwurf im Raum stehen, daß diese neuen Opfer den Preis für seine Freilassung zahlen. Damit ist schwer umzugehen. Die unterschiedlichen israelischen Standpunkte zur Sache hat die Botschaft Israels in zwei Artikeln — von Hirsh Goodman (pro) und Kobi Kimchi (kontra) — veröffentlicht, die hier zu finden sind.
Oktober 16th
Hanne K. Götze · »Kinder brauchen Mütter«
16. Oktober 2011

Hanne K. Götze
Kinder brauchen Mütter
Die Risiken der Krippenbetreuung — was Kinder wirklich stark macht
Ares-Verlag
€ 19,90
gebunden, 277 Seiten
ISBN-10: 3902475943
ISBN-13: 978-3902475947
Dieses Buch hat eine bewegte Geschichte: Nachdem es im vergangenen Jahr in einem großen Verlagshaus schon fertig lektoriert war, weigerte sich die Vertriebsmannschaft unter tumultartigen Scenen und heftigster Ablehnung, das Werk den Buchhändlern anzutragen. Man fürchtete, die Händler könnten den Verlag künftig meiden. Die großen commerziellen »christlichen« Verlage haben es denn auch abgewimmelt. Im Frühjahr 2011 ist es endlich im österreichischen Ares-Verlag erschienen.
Was birgt ein Buch, das schon vor seinem Erscheinen solche Abwehr auslöst? Etwas eigentlich ganz Triviales: Ein leidenschaftliches, aber auch kenntnisreich und sachlich fundiertes Plaidoyer für die häusliche Erziehung von Kindern und ausführliche Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen kindlicher Fremdbetreuung.





