Sie befinden sich hierNicht Hamburg, nicht Berlin — »Wer das Schwert ergreift …«

Nicht Hamburg, nicht Berlin — »Wer das Schwert ergreift …«


By Geier - Posted on 01 Juni 2010

1. Juni 2010

 

Israel zeigt, daß es von bestimmten publikumswirksamen Inscenierungen nicht viel hält, und die deutsche Öffentlichkeit ist gespalten: Was ist nun eigentlich schlimmer an diesen Juden — daß sie sich vor der »Heiligen Lena der Deutschen« nicht verneigt und ihr bei irgendeinem Sangeswettstreit keine Punkte gegeben haben oder daß sie die Schiffe der sogenannten »Freedom Flotilla« mit militärischer Gewalt daran gehindert haben, die Seeblockade Gazas zu durchbrechen?

Der erste Casus hat ja schon zu den übelsten antisemitischen Beschimpfungen geführt, soll aber mangels Relevanz hier nicht weiter vertieft werden.

Fall zwo ist einiger Aufmerksamkeit wert:

Hier haben propalästinensische Activisten versucht, mit einigen Schiffen die Seeblockade Gazas publikumswirksam zu brechen. Nun besteht diese Blockade nicht zum Spaß, sondern soll verhindern, daß die Hamas auf dem Seewege Waffen ins Land schaffen läßt. Daß grundsätzlich auch »humanitäre Hilfslieferungen« benutzt werden, um Waffen zu schmuggeln, ist jedem klar, der die Menschen im allgemeinen und die Lage im Nahen Osten im besonderen kennt. Folglich war Israels faires Angebot: Fahrt nach Ashdod, löscht die Ladung, laßt sie auf Unbedenklichkeit kontrollieren und dann könnt Ihr die Lieferungen nach Gaza weiterbegleiten: 

 

Wörtlich sagt der Offizier:

»Mavi Marmara, Sie erreichen ein Gebiet von Kampfhandlungen, das unter Seeblockade steht. Die Küstenregion und der Hafen von Gaza sind für jeglichen Seeverkehr geschlossen. Die israelische Regierung unterstützt die Lieferung von Hilfsgütern für die Civilbevölkerung im Gazastreifen und lädt Sie ein, den Hafen von Ashdod anzulaufen. Die Lieferung der Güter kann in Übereinstimmung mit den geltenden Regelungen über die offiziellen Landübergänge und unter Ihrer Aufsicht erfolgen, wonach Sie auf den Schiffen, mit denen Sie angekommen sind, zu Ihren Heimathäfen zurückkehren können.«

 

Dieses Angebot wurde von den Blockadebrechern abgelehnt. Schon vor dem Auslaufen der Schiffe hatten sie wenig Zweifel daran gelassen, daß es weniger um die Übergabe von Hilfslieferungen geht, die man ja auf dem Landwege hätte bewerkstelligen können, sondern um den propagandistisch inscenierten Bruch der Seeblockade. Selbst ein ägyptisches Angebot, die Hilfsgüter in El Arisch zu löschen und auf dem Landweg weiterzutransportieren, wurde abgelehnt. Und so war natürlich auch in Israel klar, daß es nicht um humanitäre Hilfe ging, so daß die Israelis keinen Zweifel daran ließen, daß sie diesen Blockadebruch verhindern würden. Als israelisches Militär an Bord gehen wollte, um die Schiffe zum Abdrehen oder zum Einlaufen in Ashdod zu bewegen, wurden die Soldaten angegriffen. Die Rede ist von Messern, Äxten, Eisenstangen, Schußwaffen. Zwei der verletzten Israelis haben Schußverletzungen. Ein israelischer Soldat wurden vom Oberdeck fast zehn Meter tief auf das untere geworfen, wo er mit einer ernsthaften Kopfwunde bewußtlos liegenblieb. Erst nach diesem Vorfall baten die Soldaten, die strikte Order hatten, nur in absolut lebensbedrohlichen Situationen zu schießen, um Feuererlaubnis, die ihnen denn auch gewährt wurde.

 

Wer bewaffnet in ein militärisches Sperrgebiet eindringt und alle Warnungen ignoriert — und, wenn er daran gehindert werden soll, auch noch Waffengewalt einsetzt — muß damit rechnen, daß die Situation eskaliert. Wahrscheinlich würde keine Armee der Welt hier anders reagieren. Allerdings: Andere Armeen werden normalerweise nicht von Provokateuren in eine solche Situation gebracht. Das nächste mal kann die »Freedom Flotilla« ja spaßenshalber versuchen, mit einer solchen Aktion in nordkoreanische oder somalische Gewässer einzudringen.

Nicht, daß ich falsch verstanden werde: Natürlich liegt mir nichts ferner, als über den Tod einer (wahrscheinlich zweistelligen) Anzahl Menschen einfach hinwegzugehen (Herr H., der dieses Blog nicht so recht leiden kann, aber aus unerfindlichen Gründen trotzdem zu den treuesten Lesern zu gehören scheint, wird mir wohl sowieso in einem Brandbrief wieder Cynismus vorwerfen).

Aber das Problem ist doch folgendes: Die linke Plebs hat sich daran gewöhnt, daß man in Europa zu politischen Demonstrationszwecken ungestraft andere Leute abfackeln kann — Polizisten in Berlin, Bankangestellte in Athen — und auch das Werfen potentiell tödlicher Pflastersteine gehört seit Joschka Fischers Putztruppe offensichtlich zum politischen Diskurs. Nur: Die See vor Gaza ist nicht das Hamburger Schanzenviertel und auch nicht Berlin am ersten Mai, und diese Juden spielen dieses Spiel einfach nicht mit. Wenn man sie mit Eisenstangen zusammenknüppelt, schießen sie irgendwann zurück, weil ihre Staatsdoctrin vorsieht, daß Juden nie wieder — so wie in den Jahrhunderten zuvor — wehrlose Opfer sein sollen.

 

 

Wenn man den Israelis etwas zum Vorwurf machen kann, dann daß sie die Gewaltbereitschaft der sogenannten »Friedensactivisten« grob unterschätzt haben. Der Plan war, sich jeweils mit einem kleinen Team vom Helicopter abzuseilen und die Kommandobrücke zu besetzen, um den Kapitän zu veranlassen, das Schiff zu stoppen. Keiner hatte damit gerechnet, daß die Soldaten auf organisierten bewaffneten Widerstand stoßen, einzeln angegriffen und zusammengeschlagen würden. Es gab sogar den Versuch, einen Hubschrauber zum Absturz zu bringen, indem das Tau, an dem sich die Einheit abseilte, an einer Antenne befestigt wurde. Die Israelis waren aber nur auf verbale Auseinandersetzungen, maximal kleinere Handgreiflichkeiten, eingestellt. Dementsprechend schwach waren sie bewaffnet, auch hätte man, wäre diese Situation abzusehen gewesen, viel mehr Soldaten schicken müssen.

 

Hier ist jedenfalls die offizielle Mitteilung der israelischen Botschaft zum Thema:

Zur Konfrontation der israelischen Marine mit der Gaza-Flottille
Israelische Marineeinheiten haben heute am frühen Morgen sechs Schiffe abgefangen, die versuchten die Seeblockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Dies geschah nach zahlreichen Warnungen Israels und der israelischen Marine vor der Aktion. Die israelische Marine rief die Schiffe dazu auf, ihren Kurs in Richtung Ashdod zu ändern, wo sie ihre Hilfsladungen entladen könnten, die dann nach Sicherheitsprüfungen über Land weiter transportiert werden würden.

Während des Abfangens der Schiffe griffen die Demonstranten an Bord die Einsatzkräfte der israelischen Marine mit scharfer Munition und Waffen wie Messern und Knüppeln an. Eines der benutzten Gewehre war zuvor einem israelischen Soldaten entrissen worden. Die Demonstranten hatten ihre Waffen ganz klar für diesen bestimmten Zweck bereitgehalten.

Infolge dieser lebensbedrohlichen und gewalttätigen Handlungen setzten die Marinetruppen Mittel zur Krawallzerstreuung ein, einschließlich scharfer Munition.

Laut ersten Berichten resultierten die Vorgänge im Tod von mehr als zehn Demonstranten und zahlreichen Verletzten; außerdem wurden mehr als vier Marinesoldaten verletzt, von Schußwaffen und verschiedenen anderen Waffen. Zwei der Soldaten sind mittelschwer verletzt, die übrigen trugen leichte Verletzungen davon. Alle Verwundeten, Israelis und Ausländer, werden derzeit per Hubschrauber in israelische Krankenhäuser gebracht.

Das Abfangen der Flottille folgte auf unzählige Warnungen, die den Organisatoren übermittelt worden waren, bevor die Flottille in See stach und Kurs auf den Gaza-Streifen nahm. Bei diesen Warnungen wurde den Organisatoren klargemacht, daß sie den Hafen von Ashdod anlaufen und dort ihre Ladung löschen könnten, um sie nach Sicherheitschecks auf geregelte Weise in den Gaza-Streifen zu überführen. Nachdem sie sich geweigert hatten, zu kooperieren und den Hafen anzusteuern, wurde beschlossen, ihre Schiffe zu entern und nach Ashdod zu leiten.

Die Einsatzkräfte der israelischen Marine wurden mit schwerer Gewalt konfrontiert, einschließlich des Einsatzes von Waffen, die zuvor bereitgehalten worden waren, um sie anzugreifen und zu verletzen. Die Soldaten haben unter Einhaltung der operationellen Befehle gehandelt und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um Gewalt zu verhindern, aber vergeblich.

Israelische Truppen vor Ort berichteten, daß einige der Beteiligten an Bord der Schiffe offensichtlich planten, die Soldaten zu lynchen.

Die Vorgänge auf See dauern an, und die Informationen werden sobald wie möglich aktualisiert. Israels Marinekommandant, Vizeadmiral Eliezer Marom, überwacht die Vorgänge.

In den nächsten Stunden werden die Schiffe in den Hafen von Ashdod umgeleitet werden, wo israelische Marineeinheiten Sicherheitschecks durchführen werden, um die Passagiere der Schiffe und ihre Ladung zu überprüfen. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) teilen mit, daß dieser Vorgang zur Stunde vonstatten geht und weitere Details so bald wie möglich bekannt gegeben werden.

Diese Operation der israelischen Marine wurde auf Befehl der politischen Führung hin durchgeführt, um die Flottille vom Erreichen des Gaza-Streifens und der Brechung der Seeblockade abzuhalten.

 

 

Siehe hierzu auch die Geiernotizen »Khaybar, Khaybar, oh Juden!« und »Doch noch mal: Gaza«.

 

 

 

 

 

 

Free Tagging (Freies Zuweisen von Kategorien)

Rückblick 1. Lesertreffen

Beliebte Inhalte



CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck, zu testen, ob man ein menschlicher Benutzer ist und um automatisiertem Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Bitte die im Bild dargestellten Buchstaben (ohne Leerzeichen) eingeben.

Geierpost buchen

Inhalt abgleichen